Altpapier vom Donnerstag - Land der Zeitungs-Schönheit
| Veröffentlicht: | 18 Februar 2010 09:09 |
| Verändert : | 18 Februar 2010 10:08 |
Im Medaillenspiegel des News Designs steht Deutschland gut da. In den News verarbeitenden Betrieben wird gerade wieder allerhand diskutiert und eingerissen.
Und wenn es unseren Zeitungen auch schlecht gehen sollte, zumindest hübsch sind sie. Das ist international anerkannt.
"F.A.S. als schönste Zeitung prämiert", meldet die FAZ heute unten auf ihrer Titelseite. Die Sonntagszeitung wurde von der Society for News Design fürs "weltbeste Zeitungsdesign" ausgezeichnet: "Eine Zeitung, die in jeder Hinsicht unbeirrt die Zeit, den Intellekt und die Neugier ihrer Leser achtet", übersetzt die FAZ das Jury-Urteil "a newspaper that is unwavering in its respects for readers’ time, intellect and curiosity".
Es kam, aus nationaler Sicht, sogar noch besser: "Starting with 240 entries, five judges worked through a very long weekend at Syracuse University to arrive ... at three winners: der Freitag (Berlin), Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, and The New York Times", verkündet die zuständige News Design-Society auf ihrer Startseite.
Im Medaillenspiegel der Zeitungsschönheit liegt Deutschland ganz weit vorn.
Im Innern unserer Zeitungen ist auch allerhand los. Dafür sorgen schon die Agenturen, die den Content liefern. Jetzt hat auch mal der Tagesspiegel (der bald ja keine News mehr von der DPA beziehen wird) aufgeschrieben, dass der Springer-Verlag bald keine News mehr vom DDP beziehen will, und was sonst noch so los ist in der Nachrichtenagenturenszene.
Die DDP-Eigentümer und "Multimillionäre" Peter Löw und Martin Vorderwülbecke, "die sonst mit Erfolg Modeketten wie Adler sanieren", werden sich freuen, über sich neue Aussagen ungenannter Redakteure wie "Die reißen ein, was Mitarbeiter in vielen Jahren unter Entbehrungen aufgebaut haben“ zu lesen.
Eine frische Spekulation ist überdies enthalten: Die Front, die der DDP bei der EU-Kommission gegen die AFP (die womöglich zu sehr vom französischen Staat unterstützt wird) aufgemacht hat, könnte in Wahrheit dem Zweck dienen, die zur AFP gehörende deutsche Sportnachrichtenagentur SID zu übernehmen.
Viel Stoff für Diskussionen in den betroffenen Häusern also. Bei der deutschen AP, die jetzt ja DAPD heißt, gehe schon "ein Viertel der Arbeitszeit dafür drauf, über die Zukunft zu sprechen", flicht der TSP. in seinen Bericht ebenfalls ein.
Das dürfte sich im Berliner Verlag ähnlich entwickeln. Dort wird heute mal wieder ein neuer Redaktionsausschuss gewählt, berichtet die TAZ, und taucht in die auch nicht unkomplizierten Umstrukturierungen bei den DuMont-Zeitungen ein. Die "schleichende Einführung einer Zentralredaktion" könnte ein Stück voran schleichen, meint Steffen Grimberg.
Und zitiert dazu aus dem Handelsregistereintrag für die neue Redaktionsgemeinschaft GmbH.
| © Altpapier/ Christian Bartels |
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+++ Das meiste Neue von der Verleger-gegen-NDR-bzw.-tagesschau.de-Front bietet werben und verkaufen: Der erste Verlag, der gegen den NDR klagen will, könnte Gruner+Jahr sein. Zumal Ole von Beust (hübsch hanseatisches Wikipedia/ Public Domain-Foto), an dem der Dienstweg des komplizierten Verfahrens nun vorbeiführt, erstmal nicht eingreifen möchte. +++ Die NDR-Verantwortlichen wollten "die Lebenswirklichkeit und Programmansprüche ihres Publikums noch besser" kennenlernen und stießen so auf Familie Westermann aus der Nähe von Osnabrück (Harald Keller, ebenfalls Osnabrück, in der BLZ). +++ Kellers spezieller Freund Jan Freitag (nettes Foto im Neuen Deutschland), beschreibt heute in der FAZ (S. 39) am Beispiel der leider auslaufenden Krimiserie "KDD", wie das ZDF tickt: "Das wirft die Frage auf, warum beim ZDF die 'Soko Leipzig' auf die zweihundertste Episode zusteuert, 'Ein Fall für zwei' seit 29 Jahren die Anwälte tauscht, warum also Durchschnitt immer wieder durch baugleichen Durchschnitt ersetzt wird". +++ Auch Iris Berben ermittelt weiter im ZDF (TSP). +++ Agenturen verbreiten einen Plagiatsvorwurf der "im bayerischen Pöcking lebenden Historikerin Marita Krauss" gegen Torsten Dewi und Katrin Tempel, die Drehbuchautoren des ZDF-Zweiteilers "Dr. Hope - Eine Frau gibt nicht auf“ mit Heike Makatsch, wovon der Münchner Merkur berichtet. Der Merkur selbst berichtet online nur, was die Agenturen berichten. Spannend könnte das noch werden, weil Dewi der Blogger Wortvogel ist. +++ Wie die Naivität der Facebook-Nutzer sowohl von Facebook wie auch von Kriminellen ausgenutzt wird, schildert ausführlich die FAZ. +++ Die Süddeutsche widmet ihren Medienseiten-Aufmacher "einem der besten Hörspiel-Autoren", Stefan Weigl. +++ Ebd., die Aufregung vom Dienstag updatend: "Die Mediengerüchte über angeblich brisante Enthüllungen zum Privatleben des New Yorker Gouverneurs David Paterson haben sich als falsch herausgestellt.." Mehr bei sueddeutsche.de. +++ "Tümpel voller Witzkröten wollen geschluckt werden, aber vollkommen unlustig" sei die britische Serie "How not to live your life“, die ZDF-Neo in "Volle Peilung“ umbenannte, dennoch nicht (FAZ). "Die Synchronisation bleibt allerdings der Pferdefuß aller Bemühungen, britische Comedy in Deutschland zu etablieren" (TAZ dazu). +++ Wer in China "democracy" googeln will, sollte nicht google.cn, sondern google.com benutzen, rät der Journalist und Buchautor ("Bliefe von dlüben") Christian Y. Schmidt im BLZ-Interview. +++ Das Studio Hamburg, eine Tochter des NDR, will nun gern gemeinsam mit den "James Bond"-Produzenten an Filmfördermillionen (TSP). +++ Und Olympia: "Live ist nicht immer live" bei ARD und ZDF (Heiko Hilker auf Carta). +++ Wie der muntere Trickfilm-Biber Texttafeln ins Bild zieht (KSTA). +++ "Deutschland, einig Curlingland" (TSP). ... +++
Neues Altpapier gibt's wieder am Freitag gegen 9.00 Uhr.
Kürzel & Quellen
FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung
TAZ die tageszeitung
TSP Tagesspiegel
BLZ Berliner Zeitung
Freitag Der Freitag
FTD Financial Times Deutschland
HB Handelsblatt
SPON Spiegel Online
FAS Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
WAMS Welt am Sonntag





