'Der DFB hat ein Maulwurfproblem'
| Veröffentlicht: | 9 Februar 2010 10:40 |
| Verändert : | 9 Februar 2010 10:43 |
MÜNCHEN - Karl-Heinz Rummenigge hat die Vorgehensweise des Deutschen Fußball-Bundes im Rahmen der Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Löw scharf kritisiert.
"Der DFB hat gravierende Fehler gemacht - den größten, indem man Vertragsinhalte nach außen gebracht hat", sagte der Vorstands-Boss des deutschen Rekordmeisters Bayern München in der Sendung Blickpunkt Sport des Bayrischen Fernsehens, und fügte hinzu: "Der DFB hat da offenbar ein Maulwurfproblem."
Zudem bezweifelte Rummenigge, dass Aufschieben die richtige Strategie zur Entspannung der Lage sei.
'Beide Seiten sind gut beraten'
"Beide Seiten sind gut beraten, sich schnell und fair an einen Tisch zu setzen. Das kann man nicht aussitzen, das muss gelöst werden", forderte der 54-Jährige eine Lösung noch vor der WM in Südafrika. Andernfalls werde das Problem bei jedem Länderspiel neue Unruhe bringen.
Bundestrainer Löw hatte in den letzten Tagen jedoch mehrmals betont, dass eine vorzeitige Verlängerung seines nach der WM aulaufenden Vertrags für ihn nicht mehr infrage komme.
"Ich bin immer noch stark verärgert und habe unserem Präsidenten mitgeteilt, dass ich keine Gespräche mehr führen werde", hatte Löw verkündet. Er wolle sich "ab jetzt zu 100 Prozent auf die WM" konzentrieren.
'Dieser Mann verdient Respekt'
Rummenigge riet dem DFB dennoch "dringend, mit Jogi Löw eine Lösung zu finden", und unterstrich seine Wertschätzung für den 50-Jährigen: "Dieser Mann verdient Respekt, dass man ihm kein Ultimatum stellt und einen vernünftigen Vertrag vorlegt."
Rummenigge verwehrte sich zudem dagegen, in Manager Oliver Bierhoff den Alleinschuldigen für die athmosphärischen Störungen zu suchen.
"Wenn man populistisch ist, könnte man es so sehen, aber das wäre zu kurz gesprungen", sagte der Bayern-Boss, der eigentlich nicht als Freund von Bierhoff gilt und diesen einst als "Ich-AG vom Starnberger See" bezeichnet hat.
Allerdings räumte Rummenigge ein, dass Bierhoff mit seiner Forderung nach einem Veto-Recht bei der Auswahl potentiell folgender Bundestrainer einen "Riesenfehler" gemacht und den DFB damit unnötig unter Druck gesetzt habe.
"Das war nicht akzeptabel", stellte er klar, "aber ich glaube, dass er bereit ist, davon zurückzutreten."
| © AFP/ch |
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