Rant, Re-Tweet und Rick-Rolling
| Veröffentlicht: | 22 Mai 2009 23:58 |
| Verändert : | 22 Mai 2009 23:58 |
FIETE STEGERS - Meta.Media hilft: So vermeiden Sie, als Internet-Depp dazustehen.
Selbst erfahrenen Early Adopters passiert es. Es reicht eine Woche Urlaub, gefolgt von zehn Tagen hektischen Nacharbeitens der liegengebliebenen Aufgaben, und schon bleibt tatsächlich kaum ein Moment zum Abschweifen in die Untiefen des Webs (jene Momente also, die man sich sonst gerne mit den Erklärungen "am Puls der Zeit bleiben“, "kreativer Input“ oder - universal verwendbar - "Recherche“ verschleiern kann).
Manchmal genügt sogar eine Mail, die man anhand von Betreffzeile oder Absender als "überflüssig“ oder "albern“ ungelesen in den Papierkorb verschoben hat. Die Folge: Man ist raus.
Ein Trend ist leicht verpasst
Selbst wer sich viel im Netz tummelt, Blogs schon las, als in ihnen noch vor allem über die Frage "der Blog/das Blog“ gestritten wurde, kann so den neuesten Web-Trend verpassen. Und steht doof da, wenn er mit Fachsprache wie "Rant“, "Re-Tweet“ oder dem in den letzten Monaten im deutschen Netz beliebten "Fail!“ nichts anfangen kann.
Bei den Eintagsfliegen unter den Internethypes mag das egal sein - mit Pech verpasst man aber den Einstieg in einen langlebigen Webtrend. Später dann die Nerds fragen zu müssen, was die seltsamen Sprüche auf ihren T-Shirts bedeuteten - das ist nicht eben elegant. Meta.Media hilft Ihnen dabei, solche kleinen Missgeschicke unbemerkt zu bereinigen:
Eine simple Google-Abfrage nach dem unbekannten Stichwort kann zwar schnell zur Aufklärung führen - wie im Fall von "Rant“ (ein emotional und wenig faktenorientierter Diskussionsbeitrag).
Häufig stößt man aber nur auf Anwendungsbeispiele des Jargons. Den Sinn muss man sich erst mühsam erschließen. Vielversprechenderer ist die Eingabe von "define:Suchbegriff“. Durch diesen Befehl sucht Google nur in Lexika, Wörterbüchern und anderen Nachschlagewerken. Sehr oft ist es dann die Wikipedia, die eine Antwort parat hält: Im Fall des Internetspielchens "Rick Rolling“ mehrere Absätze im Lexikoneintrag zum Spät-80er-Popper Rick Astley (warum, dort selbst nachlesen).
Wikipedia kann beim Aufgreifen neuer Phänomene sehr fix sein. Genauso oft scheinen sich - ungeachtet der langen Einträge zu Jack Bauer oder Anakin Skywalker - aber die Traditionsenzyklopädisten durchzusetzen, die Wikipedia frei von kurzlebigen Hypes jeder Art halten wollten.
'Fail!' - wissenschaftlich analysiert
Ganz anders dagegen die wissenschaftliche Abteilung des Videoblogs Rocketboom: In ihrer Rubrik "Know Your Meme“ erforscht sie Ursprung, Verbreitung und Anwendungsbeispiele von Phänomen wie der Netzkunstbewegung "Robocop auf einem Einhorn“ oder dem universellen Ausruf für Versagen und Missbilligung: "Fail!“
"Know Your Meme“-Folgen finden sich auch bei YouTube, dessen Bedeutung als Wissenspeicher man ebenfalls nicht unterschätzen sollte - auch wenn eine Erklärung dort ähnlich schwierig zu finden sein kann wie bei einer normalen Google-Anfrage.
Bei Netlingo liegt der Schwerpunkt dagegen eher auf Internet-Begriffen als bei Netzphänomenen - von "Sexting“über "Ransomware“ bis "Bailey the switcher“. Trotz des antiquierten Designs wird die Seite weiter aktualisiert. Sollten Sie hier nicht fündig werden, handelt es sich möglicherweise gar nicht um Internet-Jargon, sondern um eine andere Neuschöpfung der englischen Sprache. In diesem Fall sollte man Wordspy besuchen - dort wird auch erklärt, was "mindcasting“ oder eine "Zombie Bank“ ist.
Wenn Sie also noch nicht wissen, was ein "Re-Tweet“ ist: gleich nachschauen. Ansonsten einfach zurücklehnen und den eigenen Early-Adopter-Status genießen.
| © Dnews.de/Fiete Stegers |
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