Diktator-Sohn will Theaterstück verbieten lassen
| Veröffentlicht: | 2 Februar 2010 14:44 |
| Verändert : | 2 Februar 2010 14:44 |
BUKAREST - Valentin Ceausescu will ein Theaterstück über seine Eltern, den rumänischen Diktator Nicolae Ceausescu und seine Frau Elena, gerichtlich verbieten lassen.
Wie sein Anwalt Haralambie Voicilas am Dienstag sagte, forderte er das Bukarester Odeon-Theater auf, jegliche weitere Vorstellung zu unterlassen. Zugleich forderte er einen symbolischen Schadensersatz von einem Leu (0,25 Euro).
Nach Darstellung des Anwalts hatten Valentin Ceausescu und der Mann seiner verstorbenen Schwester Zoïa vor zwei Jahren den Schutz der "Marke Ceausescu" beim rumänischen Amt für Marken und Erfindungen eintragen lassen.
Damit habe verhindert werden sollen, dass der Familienname ohne Erlaubnis der Angehörigen für kommerzielle Zwecke missbraucht werde. Ausgenommen seien lediglich rein historische Werke.
Authentische Aufzeichnungen und Zeugenaussagen
In dem Stück "Die letzten Tage der Ceausescus" wird auf Basis von authentischen Aufzeichnungen und Zeugenaussagen der Prozess gegen den rumänischen Diktator und seine Frau im Dezember 1989 nachgezeichnet.
Nach zwei Vorstellungen in Bukarest wurde das Stück im Dezember in Berlin aufgeführt und sollte im Januar und Februar auf mehreren Schweizer Bühnen gespielt werden.
Ceausescu war im Winter 1989 durch einen Volksaufstand gestürzt worden. Am 21. und 22. Dezember 1989 waren in Bukarest 48 Menschen gestorben, als die rumänische Armee und der Geheimdienst Securitate das Feuer auf friedliche Demonstranten eröffneten.
Tausende Menschen wurden verletzt, festgenommen und gefoltert. Ceausescu und seine Frau Elena versuchten am 22. Dezember zu fliehen, wurden aber gefasst, zum Tode verurteilt und am 25. Dezember erschossen.
| © AFP/jj |
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