Chavez will Supermarktkette enteignen
| Veröffentlicht: | 18 Januar 2010 09:12 |
| Verändert : | 20 Januar 2010 10:08 |
CARACAS - Die sozialistische Regierung in Venezuela will die Supermarktkette Exito wegen Preiserhöhungen enteignen.
Exito, mehrheitlich im Besitz des französischen Konzerns Casino, werde wegen "zahlreicher Verletzungen der Gesetze" künftig der Republik gehören, kündigte Präsident Hugo Chávez am Sonntag an.
Er habe eine Untersuchung angeordnet und warte nun, dass das neue Gesetz gegen Preisspekulation bald verabschiedet werde, um Exito enteignen zu können.
Chávez hatte die Landeswährung Bolivár abgewertet und danach den Einzelhandel vor Preiserhöhungen gewarnt. "Plünderern des Volkes" drohe die Enteignung ihrer Läden.
600 Geschäfte bereits geschlossen
Seit Abwertung der Währung am 8. Januar gilt in Venezuela ein System mit zwei Wechselkursen: Für Grundversorgungsmittel wurde der Wechselkurs auf 2,60 Bolívar je Dollar herabgestuft, für andere Güter auf 4,30 Bolivár.
Präsident Chávez ließ bereits mehr als 600 Geschäfte wegen Preiserhöhungen vorübergehend schließen. Die Inhaber müssen zudem Geldstrafen zahlen.
Wirtschaftsexperten warnen, dass durch die neuen Wechselkurse die Inflation in Venezuela weiter ansteigen wird. Im vergangenen Jahr lag die Teuerungsrate bereits bei 25 Prozent.
Kritiker des Präsidenten werfen Chávez zudem vor, durch den Schritt vor den Wahlen im September die öffentlichen Ausgaben aufblähen zu wollen.
Seit seinem Amtsantritt griff Chávez wiederholt in die Wirtschaft seines Landes ein und verstaatlichte unter anderem Banken und ausländische Industrieunternehmen.
| © AFP/jj |
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