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Ökomode im Trend - die wichtigsten Fakten

Veröffentlicht: 7 Februar 2010 12:22
Verändert : 7 Februar 2010 12:22

BERLIN - Bei der Ernährung hören viele Deutsche auf ihr Gewissen und legen Wert auf Bio-Eier und Fairtrade-Kaffee - beim Kleiderkauf setzt sich der Sinneswandel nur langsam durch.

Dabei wächst das Angebot an Jeans, T-Shirts und Pullovern, die umweltverträglich produziert werden und sozialen Ansprüchen genügen. Für Verbraucher ist es aber nicht leicht, den Überblick zu behalten.

Was sind Öko-Klamotten?

Meist sind Bekleidungsstücke gemeint, in denen teilweise oder ausschließlich Biobaumwolle verwendet wird. In geringerer Menge werden auch Rohstoffe wie Leinen, Hanf oder Wolle aus ökologischer Tierhaltung verarbeitet. Bio-Baumwolle wird ohne den Einsatz von genmanipuliertem Saatgut, Pestiziden und Kunstdünger angebaut.

Nach strengeren Kriterien muss auch bei der Verarbeitung der Textilien oder beim Transport der Kleider auf Umweltschutz geachtet werden. Dabei wird unter anderem der Einsatz von Chemikalien beim Bleichen oder Färben kontrolliert.

Garantiert Öko-Mode auch hohe Sozialstandards für Bauern und Textilarbeiter?

Nicht automatisch. Zwar profitieren auch die Bauern davon, wenn auf den Baumwollfeldern nicht massenhaft Pestizide versprüht werden. Landwirte, die Biobaumwolle ernten, haben dennoch nicht automatisch bessere Arbeitsbedingungen. Umgekehrt sind Fairtrade-Kleider nicht unbedingt aus Biobaumwolle hergestellt.

Gibt es überhaupt schicke Öko-Mode?

Die Zeiten, in denen Öko-Mode einem Jutesack ähnelte, sind vorbei - zumindest bei den meisten Anbietern.

Öko-Mode kommt oft inzwischen genauso trendig daher wie konventionelle Ware. Sogar eigene Modemessen gibt es für Öko-Designer.

Ist Öko-Mode automatisch teurer?

Nicht unbedingt. Zwar stellen viele Labels Öko-Mode her, die durchaus ihren Preis hat. Für eine Jeans aus Biobaumwolle muss der Kunde aber nicht unbedingt mehr zahlen als für Designerstücke aus herkömmlicher Produktion.

Große Ketten wie H&M und C&A bieten inzwischen Öko-Ware an, bei der es keine Preisunterschiede zur restlichen Kollektion gibt. Ein Öko-T-Shirt gibt es schon für unter zehn Euro.

Woran erkenne ich Öko-Mode?

Ein einheitliches gesetzlich geschütztes Zertifikat wie bei Bio-Nahrungsmitteln gibt es nicht. Stattdessen ist eine große Zahl von Siegeln im Umlauf, die von Herstellern, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen vergeben wurden.

Die sind zwar in aller Regel vertrauenswürdig - angesichts der Vielfalt ist es für den Verbraucher aber nicht einfach zu unterscheiden, welches Siegel wofür genau steht.

Welche Öko-Siegel gibt es?

Mit Umweltfreundlichkeit wenig zu tun hat das weitverbreitete Öko-Tex Standard 100: Es bestätigt lediglich, dass die Kleider frei von Schadstoffen sind. Die Siegel, mit denen große Einzelhandelsketten für ihre Öko-Kollektion werben, garantieren bislang in der Regel lediglich die Verwendung von Biobaumwolle.

Hoffnung setzt die Öko-Branche in den Global Organic Textile Standard (GOTS). Neben Umweltfreundlichkeit im gesamten Produktionsprozess werden auch soziale Standards geprüft. Die beiden bekanntesten Zertifikate für soziale Standards sind das Fairtrade-Siegel von Transfair und das Siegel der Fair Ware Foundation (FWF).

Wo finde ich Öko-Mode?

Eine wichtige Bezugsquelle ist das Internet. Zahlreiche Öko-Modelabels aus Deutschland und dem Ausland wie Armedangels, Slowmo, Kuyichi oder Steward & Brown bieten im Internet ihre Ware zum Kauf. In vielen Städten gibt es Konzeptläden, die sich auf Öko-Mode spezialisiert haben.

Beim Versandhändler Otto finden Kunden in der Sparte "Ecorepublic" Öko-Kleider, Hess-Natur ist schon seit geraumer Zeit eine Größe in der Öko-Versandbranche. Bei C&A und H&M ist bei der Suche etwas Geduld gefragt: Die Kleidungsstücke sind in der übrigen Kollektion versteckt.

© AFP/nj
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