Kermani empört über Kulturpreis-Aberkennung
| Veröffentlicht: | 15 Mai 2009 20:04 |
| Verändert : | 15 Mai 2009 14:46 |
Der muslimische Schriftsteller Navid Kermani hat mit Empörung auf die Aberkennung des hessischen Kulturpreises reagiert.
"Sehr geehrter Herr Koch, ich hoffe, dass sie sich wenigsten schämen. Mit freundlichen Grüßen aus dem katholischen Köln, Navid Kermani", schreibt der Schriftsteller an die Adresse des hessischen CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
In dem längeren Text beschreibt Kermani die Vorgeschichte der Aberkennung, von der er aus den Medien erfahren habe.
Hessischer Kulturpreis 2009
Kermani sollte als Vertreter des Islams den Hessischen Kulturpreis 2009 gemeinsam mit dem katholischen Kardinal Karl Lehmann, dem ehemaligen evangelischen EKHN-Kirchenpräsidenten Peter Steinacker und dem Vizepräsidenten des Zentralrates der Juden, Salomon Korn, am 5. Juli erhalten.
Dies scheiterte, nachdem sich Lehmann und Steinacker weigerten, die Auszeichnung gemeinsam mit Kermani anzunehmen. Anlass war ein Zeitungsartikel über eine Darstellung von Jesus am Kreuz, in dem sich der Moslem negativ über das christliche Symbol des Kreuzes äußerte.
Text nicht anstößig
Auch der hessische Protokollchef habe ihm versichert, an dem Text nichts Abstößiges finden zu können. Danach hätten sich weder Vertreter der Kirchen noch des Landes Hessen je wieder bei ihm gemeldet. Von der Aberkennung des Preises habe er durch den Anruf eine Zeitungsredakteurs erfahren, der ihn um eine Stellungnahme gebeten habe.
| © dpa/bas |
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