Ausstellung zu Goethe-Frauen in Eisenach
| Veröffentlicht: | 27 Mai 2009 15:10 |
| Verändert : | 27 Mai 2009 15:10 |
Drei berühmte Frauen aus dem Umfeld des Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe werden im Thüringer Museum in Eisenach gefeiert.
Zu der Ehre kommen Charlotte von Stein, Luise von Göchhausen und Julie von Bechtolsheim, die alle aus Eisenach stammen oder dort lebten.
Die Ausstellung 'Der Strahl der Dichtersonne fiel auf sie ...' zeigt nach Angaben des Museums kulturelle Zeugnisse aus der Goethe-Zeit, darunter Möbel, Gemälde, Porzellan und Gläser. Ausgestellt sind auch Gedicht-Blätter und Billetts, die Goethe an die Frauen gerichtet hat.
Charlotte von Stein
Charlotte von Stein (1742-1827) zählt zu den prägenden Frauengestalten in Goethes Leben. Die Hofdame der Herzogin Anna Amalia war bei ihrer ersten Begegnung mit dem Dichter verheiratet und Mutter von sieben Kindern.
Zudem war sie sieben Jahre älter als Goethe, der ihr in rund 1700 "Zettelgen" und unzähligen Briefen seine Leidenschaft gestand. Sie selbst verbrannte ihre Briefe an Goethe, die sie nach einem Zerwürfnis zurückgefordert hatte.
Louise von Göchhausen
Die Tochter des Eisenacher Schlosshauptmannes Louise von Göchhausen (1753-1807) war kleinwüchsig und kränklich aber von scharfem Verstand. Sie hielt auch Kontakt zu Herder und Wieland.
Für Goethe schrieb sie etliche Manuskripte ab. So wurde 80 Jahre nach ihrem Tod in ihrem Nachlass eine frühe Faust-Fassung gefunden, die als "Urfaust" in die Literaturgeschichte eingegangen ist.
Julie von Bechtolsheim
In Julie von Bechtolsheim (1751-1842) sah Goethe eine Seelenverwandte, mit der er immer wieder über seine Werke sprach. Die Frau des Vizekanzlers von Sachsen-Weimar-Eisenach schrieb selbst Gedichte und unterhielt einen Literatur-Zirkel in Eisenach. Während des Krieges mit Napoleon kümmerte sie sich um Notleidende und förderte die Bildung von Mädchen.
Die Stücke der Ausstellung stammen zum Teil aus dem Bestand des Thüringer Museums Eisenach sowie aus dem Goethe-Museum Düsseldorf und der Stiftung Weimarer Klassik. Die Ausstellung, die am Mittwochabend eröffnet wird, ist bis zum 27. September zu sehen.
| © dpa/fhg |
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