Goethe-Medaille für Dietrich Fischer-Dieskau
| Veröffentlicht: | 5 Juni 2009 16:39 |
| Verändert : | 5 Juni 2009 16:46 |
Der Sänger Dietrich Fischer-Dieskau ist am Donnerstag mit der Goldenen Goethe-Medaille geehrt worden.
Der 84-Jährige konnte die höchste Auszeichnung der 1885 gegründeten Goethe-Gesellschaft Weimar aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst im Deutschen Nationaltheater entgegennehmen.
Zweiter Preisträger ist der 72 Jahre alte Berliner Germanist Norbert Miller. Mit Fischer-Dieskau und Miller seien zwei "Botschafter der Weltliteratur" gewürdigt worden, heißt es in der Begründung. Beide seien in mehreren Künsten und Fachgebieten bewandert.
Bedeutenster Lied- und Opernsänger
Die undotierte Goethe-Medaille wurde 1910 erstmals verliehen. In der Klassikerstadt diskutieren noch bis zu diesem Samstag 500 Forscher und Dichter-Freunde aus 20 Ländern über das Thema "Der Weltbürger Goethe".
Fischer-Dieskau, 1925 in Berlin geboren, gilt als einer der bedeutendsten Lied- und Opernsänger seiner Zeit. Ende 1992 beendete der Bariton seine Gesangskarriere. 1962 sang er in der Uraufführung von Benjamin Brittens "War Requiem" bei der Einweihung der neuen Kathedrale im britischen Coventry.
Der Dirigent, Maler, Musikwissenschaftler und Rezitator publizierte über den Goethe-Freund Carl Friedrich Zelter und das Berliner Musikleben. Fischer-Dieskau, in einer musikliebenden Familie aufgewachsen, wurde unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens und dem Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste ausgezeichnet.
Norbert Miller
Der Literatur- und Kunstwissenschaftler Norbert Miller, 1937 in München geboren, ist Experte der europäischen Romantik und der Kunst des 18. Jahrhunderts. Wissenschaftler schätzen an ihm seine Unbeirrbarkeit gegenüber methodischen und politischen Strömungen in der Forschung.
Der ehemalige Professor für Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Berlin war Mitherausgeber der Kritischen Gesamtausgabe des Briefwechsels von Friedrich Nietzsche, der 1900 geistig umnachtet in Weimar starb. Millers Werk zu Goethes "Italienreise" erklärt auf unterhaltsame Weise den Italien-Mythos in der deutschen Kultur.
Zu den Preisträgern in jüngerer Zeit zählen der Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen, der russische Schriftsteller und Bürgerrechtler Lew Kopelew, Regisseur Peter Stein sowie der israelische Pianist und Dirigent Daniel Barenboim. Die Goethe-Gesellschaft Weimar hat nach eigenen Angaben rund 3100 Mitglieder weltweit.
| © dpa/stan |
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