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- Meta.Media: Nachrichten auf einen Blick.

200 Millionen User können nicht irren

Veröffentlicht: 10 April 2009 23:57
Verändert : 10 April 2009 16:44

FIETE STEGERS - Facebook wächst und wächst - und wird auch in Deutschland ganz vorne landen.

In dieser Woche hat Facebook die Zahl von weltweit 200 Millionen aktiven Nutzern erreicht, wie Gründer Marc Zuckerberg im Firmenblog schreibt.

Auch in Deutschland hat Facebook in den letzten Monaten deutlich an Reichweite gewonnen. Im Oktober 2008 gab es 1,2 Millionen deutsche Nutzer, im Januar nach Angaben von Zuckerberg bereits 2 Millionen.

Uncool ganz oben

Trotzdem dümpelt Facebook im Ranking der sozialen Netzwerke in Deutschland noch im Mittelfeld, analysiert FAZ-“Netzökonom“ Holger Schmidt. Ganz oben liegt, was Seitenabrufe angeht, die die RTL-Tochter Wer-kennt-wen.de. In den letzten Monaten hat sie die Dauer-Spitzenreiter StudiVZ und SchülerVZ auf die Plätze verwiesen.

Die Masse macht's - auch wenn die deutschen Web-2.0-Apologeten angesichts des Erfolgs des wenig coolen Wer-kennt-wen.de verwundert die Schultern zucken. Sie selbst sind natürlich eher bei Facebook zu finden, das lange Zeit in Deutschland vor allem ein Netzwerk für Early Adopters und Menschen mit internationalem Freundeskreis war.

Das hat sich in vergangenen Monaten geändert. "Facebook verpatzt den Deutschland-Start“, meinte der "Netzökonom“ zwar noch vor einem Jahr. Nur 26 Prozent mehr Nutzer im Monat nach dem Start einer deutschen Oberfläche der Plattform - das sei viel zu wenig im Vergleich mit anderen Ländern. Aber Facebook schiebt sich seitdem unaufhaltsam nach vorne, während die von Google Trends errechneten Besucherzahlen von Wer-kennt-wen.de und StudiVZ stagnieren.

Verführung zum Mitmachen

Das Erfolgsrezept von Facebook hat zwei Komponenten: Sein User-Interface verleitet sofort dazu, die Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten auch wahrzunehmen "Was machst gerade?“ lacht den Nutzer ein riesiges Eingabefeld ein. Die automatisch angezeigten Aktivitäten des eigenen Facebook-Freundes können kommentiert werden. Von den mehr oder weniger unterhaltsamen, aber mit Suchtpotenzial versehenen Quiz- und Spielmöglichkeiten ganz abgesehen ...

Attraktiv für Auswärtige

Der zweite Erfolgsfaktor sind die offenen Strukturen: In Facebook können andere Webdienste - von Twitter, Last.FM, Delicious und diverse spezielle Applikationen eingebunden werden. Das macht Facebook für Betreiber anderer Websites und User gleichermaßen attraktiv.

Diesen Faktor hat auch das von den meisten Usern lediglich als Adressenverzeichnis genutzte, businessorientierte Netzwerk Xing erkannt und eigene Applikationen angekündigt. Weder dem nüchternen Xing noch Wer-kennt-wen.de oder der VZ-Familie wird es aber gelingen, auf diese Weise mit Facebook mitzuhalten: Facebook ist durch seine riesige internationale Userzahl für Applikationsentwickler viel attraktiver.

Bald in der eBay-Position?

Experten gehen davon aus, dass User Social Networks auch wieder ihre Gunst entziehen und auf andere Plattformen umschwenken können, wenn diese für sie attraktiver erscheinen oder die alten sie durch neue Nutzungsbedingungen vertreiben. Das könnte natürlich auch Facebook eines Tages passieren. Momentan scheint es jedoch wahrscheinlicher, dass Facebook eine Vormachtstellung wie eBay oder Skype erreicht, die es unattraktiv macht, andere Netzwerke zu nutzen - auch in Deutschland.

Eines hat Xing derzeit Facebook noch voraus: Nach eigenen Angaben arbeitet es in Deutschland profitabel - durch sein Geschäft mit kostenpflichtigen Premium-Accounts. Die bei Facebook geschaltete Werbung sieht dagegen so billig und so wenig auf mögliche Userinteressen abgestimmt aus, dass ich sie hin und wieder nur anklicke, um herauszufinden, ob sich diese tatsächlich von einer richtigen Firma geschaltet wurde.

© Dnews.de/Fiete Stegers
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