Internet-Adressen werden knapp
| Veröffentlicht: | 3 Februar 2010 22:30 |
| Verändert : | 3 Februar 2010 22:30 |
AMSTERDAM - Das Internet ist fast voll. Noch 400 Millionen IP-Adressen sind aktuell übrig - weniger als 10 Prozent der Gesamtanzahl. Die Internet-Organisation ICANN fordert Maßnahmen.
Alle Geräte mit Internetanschluss haben eine eigene, individuelle Nummer, die IP-Adresse. Theoretisch gibt es davon maximal 4.294.967.296 Stück.
Als die heutige Version des Internet-Protokolls (IPv4) im Jahre 1981 festgelegt wurde, schien diese Anzahl ausreichend zu sein. Inzwischen sind die fast 4,3 Milliarden IP-Adressen aber zum größten Teil vergeben.
In zwei Jahren könnten alle Adressen verbraucht sein
Das liegt unter anderem daran, dass es immer mehr Geräte gibt, die eine solche Adresse benutzen. Nicht nur Computer und Mobiltelefone, sondern auch Musik-Player, Fernseher, Spielkonsolen und immer mehr Haushaltsgeräte haben einen Internetanschluss.
Die Organisation ICANN, die die Infrastruktur des Internets verwaltet, macht sich Sorgen über diese Entwicklung. Es sei schwer vorauszusagen, zu welchem Zeitpunkt alle IP-Adressen vergeben sein werden. Einer vorsichtigen Schätzung zufolge könnte dies aber schon in zwei Jahren der Fall sein.
Das dürfte nicht unmittelbar zu Problemen für die Konsumenten führen: Viele IP-Adressen sind bereits an Internetanbieter verteilt, aber noch nicht von Kunden in Gebrauch genommen worden.
Umstieg auf neues Protokoll
Trotzdem ruft ICANN unter anderem die Provider und Telekommunikationsanbieter auf, so schnell wie möglich auf eine neue Protokollversion fürs Internet umzusteigen (IPv6). Damit würde sich das theoretische Maximum von Internetadressen soweit erhöhen, dass jeder Erdenbürger mit mehreren Millionen IP-Adressen versorgt werden könnte.
IPv6 wurde schon 1998 entwickelt, ist aber bisher noch wenig verbreitet. Nach den Aussagen von ICANN würde das System nicht nur mehr IP-Adressen sondern auch eine schnellere und sicherere Verbindung ermöglichen.
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