Bittere Liebesgrüße: Vorsicht bei Valentins-Mails
| Veröffentlicht: | 9 Februar 2010 09:30 |
| Verändert : | 9 Februar 2010 09:30 |
MAINZ - Auch wenn sie schmeichelhaft klingen: Grüße von Fremden zum Valentinstag gehören mit spitzen Fingern angefasst.
Denn ob per E-Mail oder als Nachricht im Netzwerk: Zum 14. Februar werden Millionen Spams verschickt werden. Davor warnt der IT-Sicherheitsexperte Christoph Hardy. "Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche". Die Ziele der Versender reichen vom Daten abgreifen über das Verbreiten von Viren bis zur Abzocke.
"In den USA ist der Valentinstag ja so eine Art Feiertag, an dem Grußpostkarten gesammelt und gezählt werden. Und da zählen inzwischen auch digitale Grüße", erklärte Hardy, der Sprecher beim Unternehmen Sophos ist, das IT-Sicherheitslösungen für Unternehmen anbietet. Doch nicht nur vor dem 14. Februar, sondern auch zu Feiertagen oder nach Ereignissen von großem Interesse wie zuletzt etwa dem Tod von Michael Jackson treten die Spammer auf den Plan.
'Loveletter' mit Betreff 'ILOVEYOU'
Als erste große Attacke dieser Art gilt der "Loveletter" aus dem Jahr 2000. Damals ging an Nutzer in aller Welt eine E-Mail mit dem Betreff "ILOVEYOU" - und einem Virus im Anhang. "Die kam zwar nicht zum Valentinstag", so Hardy. Aber die Methode, mit der die Absender Interesse erregen wollten, sei die gleiche gewesen wie bei den Mails, die zum diesjährigen 14. Februar um die Welt gehen werden: "Da sagt jemand: 'Ich hab dich lieb.'"
Viele der Nachrichten werden dieses Jahr dem Experten zufolge über Netzwerke wie Facebook oder StudiVZ verschickt werden: "Da schreibt dann zum Beispiel jemand: 'Hallo, willst du mein Valentins-Freund werden?'." Und steht der Absender dann erst in der Freundesliste des Empfängers, hat er Zugriff auf dessen Profildaten. "Die lassen sich prima zu Geld machen."
Aber auch die "klassische" Version per E-Mail wird weiter gepflegt werden. Denkbar ist laut Hardy etwa Post von vermeintlichen Händlern: "Morgen ist Valentinstag, hast du schon Blumen gekauft?" Wer den mitgeschickten Link anklickt, landet auf einer präparierten Seite und hat sich per Drive-by-Verfahren ein Schadprogramm eingehandelt. Oder er gibt eine Bestellung auf - "und am nächsten Tag gibt es den Onlineshop nicht mehr, und das Geld ist weg."
Nicht zu vergessen sind die Warnungen vor Valentins-Spam, die ebenfalls von Kriminellen kommen - komplett mit vermeintlichem Schutzprogramm. "Aber das ist natürlich keines, sondern da steckt der Virus drin", erklärte Christoph Hardy. An der Tatsache, dass sich die Masche für ihre Urheber nach wie vor lohnt, bestehe kein Zweifel: "Es heißt ja: Einer klickt immer."
| © dpa/jj |






