TPM-Chips in Smartphones und x-Box 360 geknackt
| Veröffentlicht: | 10 Februar 2010 13:32 |
| Verändert : | 10 Februar 2010 13:49 |
AMSTERDAM - Tief im Herzen von Millionen Computern schlummert ein spezieller Chip, der angeblich so sicher ist, wie das Fort Knox.
Der TPM-Chip (Trusted Platform Module) bewacht zum Beispiel streng gehütete US-Regierungsgeheimnisse, Berichte und Geschäftspläne.
Jetzt hat ein ehemaliger Computerspezialist der US-Army, Christopher Tarnovsky, das geschafft, was bis dato für unmöglich gehalten wurde: Er hat den Chip geknackt. Das meldet der amerikanische TV-Sender ABC.
Die Hack-Attacke zwingt den Chip dazu, seine streng gehüteten Geheimnisse preiszugeben und hochsensible Dokumente in Umlauf zu bringen. Sechs Monate hatte es gedauert, bis Tarnovsky den Chip, der von der deutschen Infineon Technologies AG hergestellt wird, gehackt hatte. Laut dem ehemaligen Computerspezialisten könne seine Technik auf alle TPM-Chips von einem der Marktführer, Infineon, angewandt werden.
Chips befinden sich in x-Box und Smartphones
Diese Chips befinden sich z.B. in der x-Box 360, in zahlreichen Smartphones und sogar im Zubehör für Satelliten-TV. Ob auch andere Chips, die nicht von Infineon produziert werden, auf diese Art und Weise gehackt werden können, ist noch nicht bekannt.
Infineon zeigte sich davon überzeugt, dass das Sicherheitsrisiko relativ klein sei, da physischer Zugang zu den Chips erforderlich sei, um sie zu hacken. Allerdings bieten gestohlene oder verlorene Smartphones eine ausgezeichnete Gelegenheit, um an die Daten der Besitzer zu kommen.
Um den Chip zu knacken, hat ihn Tarnovsky in Essig eingelegt und dann die äußere Hülle abgelöst. Mit Rostlöser konnte er zum Kern des TPM-Chips vordringen und dank einer kleinen Nadel die "Programming Instructions“ verändern.
Tarnovsky zeigte sich besorgt über den Erfolg seiner Attacke. "Sie erlaubt das Empfangen von TV-Signalen ohne Bezahlung oder die Benutzung von x-Box Controllern ohne Lizenzzahlung an Microsoft.“
Auch Kritiker sind von der erfolgreichen Attacke verblüfft. "Tarnovskys Arbeit ist die nächste Generation vom Hardware-Hacking“, so Hacker Joe Grand.
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