Datenklau bei Arcor und Vodafone
| Veröffentlicht: | 15 März 2010 15:55 |
| Verändert : | 15 März 2010 15:58 |
BONN - Rund 200.000 vertrauliche Kundendaten des Telekommunikations- Unternehmens Vodafone und weiterer Firmen sollen über Callcenter auf dem Schwarzmarkt gelandet sein.
Dies berichtete das Wirtschaftsmagazin Capital am Montag in Hamburg unter Berufung auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bonn. Daten-Lecks gab es demnach auch beim Kabelnetz-Betreiber Unitymedia. Der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel bestätigte dem Magazin, dass "verschiedene Telekommunikations- und Kabelnetzanbieter betroffen" seien.
Vodafone Deutschland räumte dem Bericht zufolge ein, von den Behörden schon im November 2009 über den Datenklau informiert worden zu sein. Man habe aber bislang nichts unternommen, da die Datensätze, die aus dem Jahr 2000 stammen, bisher nicht übermittelt worden seien.
Datenklau auch bei Arcor
"Daher konnten betroffene Arcor-Kunden nicht durch Vodafone informiert werden." Insgesamt handele es sich um "rund 5000 Daten der Arcor AG mit Name, Adresse und Telefonnummer". Informationen über Kontodaten seien nicht in Umlauf gekommen.
Dem Magazin zufolge sei zudem heikel, dass nicht die Strafverfolgungsbehörden, sondern die Deutsche Telekom den Datenmissbrauch entdeckte. Die Ermittler hatten dem Konzern Stichproben der sichergestellten Datensätze zur Prüfung zugeschickt. Erst dabei fiel auf, dass darunter auch Kunden der Wettbewerber waren. "Wir sind davon ausgegangen, dass es sich ausschließlich um Telekom-Daten handelt", erklärte Staatsanwalt Apostel.
Im Oktober 2008 war der bislang größte Datenklau bei der Telekom bekannt geworden. Dort waren im Jahr 2006 Datensätze von 17 Millionen Mobilfunkkunden entwendet worden. Der Konzern hatte damals zwar die Staatsanwaltschaft eingeschaltete, die Betroffenen aber nicht informiert.
Auch beim früheren Telekommunikationsanbieter Arcor hat es Datenklau gegeben. Ein Sprecher von Arcor-Rechtsnachfolger Vodafone sagte am Montag auf Anfrage, die Staatsanwaltschaft Bonn habe Vodafone im vergangenen November informiert, dass unter den 2006 entdeckten Millionen gestohlenen Datensätzen der Telekom auch 5.000 Daten der Arcor AG gewesen seien.
Damit bestätigte er einen Bericht des Wirtschaftsmagazins Capital. Die Daten stammten aus dem Jahr 2000 und umfassten Name, Adresse und Telefonnummer. Informationen über Kontodaten seien nicht in Umlauf gekommen.
| © dpa/AFP/jj |





