Tsunami trifft Samoa: mindestens 120 Todesopfer (Video)
| Veröffentlicht: | 30 September 2009 07:17 |
| Verändert : | 30 September 2009 11:34 |
WELLINGTON - Ein Tsunami hat nach dem heftigen Erdbeben vor den Samoa-Inseln im Südwestpazifik wahrscheinlich 120 Menschenleben gefordert.
Die Zahl nannte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde von Samoa im neuseeländischen Rundfunk. Nach Berichten aus der Region kamen mindestens 120 Menschen ums Leben. Bislang sollen 47 Leichen geborgen worden sein.
Zum Katastrophengebiet erklärt
Die ehemalige deutsche Kolonie liegt auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Hawaii. Schwer getroffen war auch die Schwester-Insel Amerikanisch-Samoa rund 80 Kilometer weiter östlich.
US-Präsident Barack Obama erklärte die Insel zum Katastrophengebiet. Damit werden zusätzliche Finanzmittel für Rettungseinsätze frei. Der Tsunami wurde durch ein Erdbeben der Stärke 8,0 rund 200 Kilometer vor der Südküste der Inseln ausgelöst. Die Region wurde von mehr als einem Dutzend Nachbeben erschüttert.
Zwei Deutsche verletzt
Beim Tsunami vor Samoa sind nach Angaben des Auswärtigen Amts zwei Deutsche aus Berlin verletzt worden. Beide seien auf Samoa ärztlich versorgt worden und würden nun konsularisch betreut, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin am Mittwoch.
Zu näheren Umständen und der Art der Verletzungen wollte sich der Sprecher nicht äußern. Die deutschen Vertretungen in der Region bemühten sich im Kontakt mit den örtlichen Behörden um Aufklärung, ob weitere Deutsche von dem Tsunami betroffen seien.
Ehepaar aus Berlin
Nach ersten Informationen handelt es sich bei den Verletzten um ein Ehepaar aus Berlin. Die Frau und der Mann haben demnach leichtere Verletzungen erlitten. Der deutschen Honorarkonsul Arne Schreiber hatte zuvor dem WDR-Hörfunk gesagt, mindestens ein deutscher Tourist sei verletzt worden.
Ein Ehepaar sei in einer Ferienanlage von der Welle erfasst worden. Der Ehemann sei am Kopf verletzt und im Krankenhaus behandelt worden.
Flutwelle mit großer Wucht
Augenzeugen und Überlebende berichteten von der großen Wucht, mit der die Flutwellen an Land kamen. Auf der Hauptinsel Upolu soll das Wasser bis zu 800 Meter ins Landesinnere gereicht haben, hieß es im neuseeländischen Rundfunk.
Augenzeugen: 4 Meter-Welle
Eine Australierin erlebte das Erdbeben und den Tsunami in der Hauptstadt Pago-Pago auf Amerikanisch-Samoa. Die Erde habe drei Minuten lang heftig gebebt, berichtete sie dem australischen Sender ABC. Von ihrem Balkon aus sah sie jede Menge überflutete Häuser und Geschäfte. Nach ihren Angaben war die Flutwelle vier Meter hoch.
Der Strom sei ausgefallen, der Flughafen geschlossen und das örtliche Krankenhaus überflutet. Ein Bekannter sei mit einem Bus unterwegs gewesen, als der Tsunami kam. "Das Wasser drang in seinen Bus ein", berichtete Whitby. "Er blieb schließlich in einem Mangobaum hängen, aber vier seiner Passagiere wurden fortgerissen."
Schnelles Handeln
Die Behörden lösten innerhalb von Minuten nach dem Beben Tsunami-Alarm aus, berichtete der Lokalsender Radio Polynesia. Auf den Inseln wurden regelmäßig Tsunami-Übungen durchgeführt. Viele der Einwohner der tiefliegenden Küstenregion hätten sich deshalb rechtzeitig auf höheres Terrain retten können, sagte Reporter Pipi Autagavaia in einem Gespräch mit der BBC.
Auf den Inseln leben insgesamt rund 220.000 Menschen. Darunter sind nach Angaben des deutschen Honorarkonsuls Arne Schreiber 25 Deutsche.
Warnungen aufgehoben
Das Beben ereignete sich am Dienstag um 19.48 MESZ. Ortszeit war das 06.48 Uhr am Dienstagmorgen. Zunächst verhängte Tsunamiwarnungen für Südseestaaten wie Tonga, Tuvalu, Kiribati, die Salomonen-Inseln und für Neuseeland wurden um kurz vor Mitternacht europäischer Zeit wieder aufgehoben.
Das Video zeigt einen Augenzeugen, der von seinen Erfahrungen berichtet:
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