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Hamburg: Notprogramm gegen vereiste Straßen

Veröffentlicht: 8 Februar 2010 16:37
Verändert : 8 Februar 2010 16:36

HAMBURG - Angesichts völlig vereister Gehwege werden in Hamburg rund 1.000 Mitarbeiter der Stadtreinigung zur Unterstützung des Winterdiensts abkommandiert.

Das ist das Ergebnis eines Krisengipfels, zu dem sich am Montag Vertreter von Umweltbehörde, Bezirken und Stadtreinigung in der Hansestadt trafen.

Bei neuerlichen Schneefällen sollen zudem weitere 200 Helfer - darunter sogar Mitarbeiter der Hamburger Wasserwerke - zum Räumdienst herangezogen werden, teilte die Behörde nach dem Treffen mit.

'Situation ist eine Zumutung'

Nach wochenlangem Frost sind viele Straßen und Plätze in Hamburg von einer spiegelglatten Eisschicht überzogen und mitunter kaum passierbar, was bereits seit Tagen für heftige Diskussionen und Kritik sorgt. Hunderte Menschen sind gestürzt und haben sich zum Teil schwer verletzt. Selbst Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatte sich jüngst eingeschaltet und die Situation als "Zumutung" kritisiert.

Bei dem von Umweltbehörde einberufenen "Eis-Krisengipfel" einigten sich die verschiedenen Behörden darauf, den Einsatz der massiv aufgestockten Räumkräfte in fünf eigens eingerichteten Einsatzzentren zu koordinieren.

"Ziel ist es, insbesondere auf den Gehwegen, in Kreuzungsbereichen und an Haltestellen sofort eine Verbesserung zu erreichen", teilte die Behörde mit. Mitarbeiter der Stadtreinigung arbeiten normalerweise nicht im Winterdienst, da dieser in der Zuständigkeit der Bezirke liegt. Diese wurden der Lage aber nicht mehr Herr.

Maßnahmen werden ausgeweitet

Die Umweltbehörde forderte zugleich alle Grundeigentümer und Anlieger auf, ihrer gesetzlichen Streu- und Räumpflicht nachzukommen. Sollten große Besitzer wie Wohnungsgesellschaften dies nicht tun, werde ihnen die Stadt die Kosten für den Winterdienst in Rechnung stellen.

Um Engpässen bei der Streugut-Versorgung entgegenzuwirken, hat die Stadtreinigung bereits damit begonnen, kostenlos Sand und Rollsplitt über ihre Betriebshöfe an Anwohner auszugeben.

In Absprache mit den Bezirksämtern werde diese Maßnahme nun ausgeweitet und eine Notausgabe an bis zu 50 weiteren öffentlichen Plätzen organisiert, teilte die Behörde mit.

© AFP/ch
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