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Köln: Erstes Geständnis nach Archiv Einsturz

Veröffentlicht: 8 Februar 2010 20:46
Verändert : 8 Februar 2010 23:08

KÖLN - Bei den Ermittlungen zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs liegt der Staatsanwaltschaft offenbar ein erstes Geständnis vor.

Wie der Kölner Stadt-Anzeiger (Dienstagausgabe) berichtet, räumte ein Bauarbeiter der U-Bahnlinie unter der Kölner Südstadt ein, dass an der Unglücksstelle bewusst nachlässig gearbeitet worden sei.

In einer Außenwand, die den U-Bahntunnel sichern sollte, sollen zu wenig Eisenbügel eingeflochten worden sein. Der geständige Bauarbeiter soll laut dem Blatt auf Anweisung seines Poliers gehandelt haben. Die nicht verwendeten Eisenbügel seien an einen Schrotthändler verkauft worden.

Zweiter Zeuge soll Aussagen bestätigt haben

Ein weiterer Zeuge soll laut Kölner Stadt-Anzeiger eine gleichlautende Aussage gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft wollte die Angaben gegenüber der Zeitung "mit Blick auf die laufenden Untersuchungen weder bestätigen noch dementieren".

Der beschuldigte Polier soll die Vorwürfe zurückgewiesen haben. Das Kölner Stadtarchiv war Anfang März 2009 eingestürzt. Tausende wertvolle Dokumente wurden unter den Trümmern begraben, zwei junge Anwohner starben.

Hinweise auf gefälschtes Protokoll

In dem etwa 3,50 Meter breiten Abschnitt der Außenwand, in dem die Metallbügel gefehlt hätten, soll ein Gutachter dem Bericht zufolge vor dem Unglück "Auffälligkeiten" entdeckt haben. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass das Protokoll für diesen Bauabschnitt gefälscht worden sein soll.

Nach Auffassung der Kölner Verkehrs-Betriebe könnte das Fehlen der Eisenbügel die Stabilität der Stützwand an dieser Stelle beeinträchtigt haben. Möglicherweise habe die Wand "dem Grundwasserdruck kein ausreichendes Widerlager" geboten, heißt es laut Stadt-Anzeiger in einem Schreiben an die Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen.

Dem Vernehmen nach halte es die Staatsanwaltschaft jedoch für unwahrscheinlich, dass das Fehlen der Eisenbügel den Einsturz verursacht habe.

© AFP/kava
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