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Leichen aus Zweitem Weltkrieg unter Kaserne vermutet

Veröffentlicht: 10 März 2010 14:59
Verändert : 10 März 2010 15:13

WIEN - Auf dem Gelände einer österreichischen Kaserne werden die sterblichen Überreste von womöglich bis zu 77 Opfern der Nationalsozialisten vermutet.

Es gelte als wahrscheinlich, dass in zugeschütteten Bombenkratern an der Belgier-Kaserne in Graz bis zu 77 Leichen lägen, sagte der österreichische Verteidigungsminister Norbert Darabos am Mittwoch in Wien.

Das Gelände sei nun abgesperrt worden, um Ausgrabungen und weitere Untersuchungen zu ermöglichen.

Bombenkrater

Nach Recherchen einer von seinem Ministerium beauftragten Forschergruppe wurden laut Darabos zwischen 149 und 219 Zwangsarbeiter, Widerstandskämpfer und Kriegsgefangene in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs auf dem Kasernengelände ermordet.

Um die Taten zu vertuschen, seien die meisten Leichen wenig später von einem Bombenkrater in ein nahegelegenes Massengrab gebracht worden. Im Mai 1945 wurden dort 142 Leichen gefunden.

Die Ermordung der Zwangsarbeiter und Widerstandskämpfer war von einem österreichischen Nazi-Kommandeur befehligt worden, wie der Historiker Dieter Binder sagte. Binder ist Vorsitzender der militärhistorischen Denkmalkommission des Verteidigungsministeriums.

Darabos kündigte Ermittlungen des Justizministeriums zum Aufenthalt zweier SS-Offiziere an, die für das Massaker verantwortlich sein sollen. Die Spuren führten nach Deutschland.

© AFP/ch
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