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Streik in Griechenland: Zehntausende Touristen sitzen fest

Veröffentlicht: 29 Juli 2010 20:22
Verändert : 29 Juli 2010 20:21

ATHEN - In Griechenland kommt es wegen eines Streiks fast überall zu Engpässen.

Vor allem Treibstoff ist knapp. Zehntausende Touristen harrten am Donnerstag notgedrungen in Hotels und auf Campingplätzen aus, weil es keinen Sprit für ihre Autos gab.

An den wenigen Tankstellen, die noch Benzin und Diesel verkauften, bildeten sich lange Warteschlangen. In einigen Stadtteilen Athens gab es in den Supermärkten kaum noch Obst und Gemüse.

Grund dafür ist ein Streik der griechischen Tank- und Lastwagenfahrer. Sie sind seit vergangenen Montag im Ausstand.

Reiseorganisatione haben die griechische Regierung inzwischen aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen. Tausende Touristen sollen ihre Urlaubsreisen bereits annulliert haben. Auf Kreta ließen hunderte Touristen ihre Autos einfach stehen, weil kein Benzin mehr vorhanden war. Neben Kreta gaben auch die Ferieninseln Korfu und Rhodos an, dass ihnen durch den Streik der Bankrott drohe.

Der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou hat inzwischen eine Anordnung erlassen, in der die Fahrer zur Arbeit verpflichtet wurden. Der Ausstand habe bereits für eine "ernsthafte Störung" des wirtschaftlichen und sozialen Lebens gesorgt. So leide der Gesundheitssektor angesichts ausstehender Lebensmittel- und Medikamentenlieferungen unter Versorgungsschwierigkeiten.

Liberalisierung des Marktes

Hintergrund des Streiks der Tank- und Lastwagenunternehmen ist ein Gesetzentwurf zur Liberalisierung des Berufszweigs. Geplant ist, die Lizenzgebühren drastisch zu senken - dagegen laufen die Lizenzinhaber Sturm, die seinerzeit hohe Gebühren in Kauf nehmen mussten.

Das geplante Gesetz ist Teil der Abmachung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern, der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF). IWF und EU hatten die Pleite des Landes mit einem milliardenschweren Rettungspaket abgewendet. Gespräche zwischen Verkehrsministerium und Gewerkschaften der Tank- und Lastwagenindustrie sind festgefahren.

© dpa/ANP/AFP

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