30.000 zusätzliche US-Soldaten nach Kabul
| Veröffentlicht: | 25 November 2009 16:00 |
| Verändert : | 25 November 2009 16:00 |
WASHINGTON - US-Präsident Barack Obama plant eine einschneidende Eskalation des Afghanistan-Krieges.
Um El-Kaida-Terroristen und die radikalen Taliban zu bekämpfen, will er rund 30.000 zusätzliche amerikanische Soldaten an den Hindukusch schicken.
Derzeit sind 68.000 US-Soldaten im Einsatz. Zugleich erhöht Obama den Druck auf die Verbündeten: Wie die Washington Post berichtete, sollen die NATO-Staaten weitere 10 000 Soldaten beisteuern. Die zusätzlichen Soldaten sollen im nächsten Jahr stufenweise im Land stationiert werden. Obama werde seine Pläne sehr wahrscheinlich am Dienstag in einer 40-minütigen Fernsehrede bekanntgeben. Beobachter sprechen von einer der wichtigsten Entscheidungen seiner Amtszeit.
Mit spannung erwartete Rede
Zugleich will Obama in seiner mit Spannung erwartet Rede einen Ausweg aus dem Krieg aufzeigen. Er müsse den Amerikanern erklären, "warum er einen seit acht Jahren anhaltenden Krieg eskaliert, der in der amerikanischen Öffentlichkeit zunehmend unpopulär ist, während er zugleich Pläne zum Ende des Krieges präsentiert", meinte die Washington Post am Mittwoch. Umfragen zufolge lehnt die Mehrheit der Amerikaner den Krieg ab, nicht zuletzt wegen immer mehr toten Soldaten.
Die Frage eines stärkeren Engagements der Alliierten betrifft auch Deutschland. Deutschland hat derzeit 4500 Soldaten in Afghanistan stationiert. Eine Entscheidung über eine Aufstockung liegt bisher nicht vor. Der Bundestag befasst sich an diesem Donnerstag in erster Lesung mit dem Mandat, das am 13. Dezember ausläuft und in dritter Lesung Anfang Dezember um ein Jahr verlängert werden soll. Die Zahl der Soldaten soll dabei zunächst nicht erhöht werden.
Internationale Afghanistan-Konferenz
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will vor einer Entscheidung die internationale Afghanistan-Konferenz Ende Januar abwarten. Er hatte auch bei seinem jüngsten Besuch in Washington keine Zugeständnisse gemacht. Wie es heißt, kalkuliert Washington Konflikte mit seinen Partnern in dieser Frage ein.
Über die genaue Zahl der amerikanischen Truppenaufstockung schweigt sich das Weiße Haus offiziell aus. Die New York Times spricht von 25.000 bis 30.000 weiteren Soldaten, die Washington Post von 30.000 bis 35.000. In jedem Fall hätte sich damit der Oberbefehlshaber der US-Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal, so gut wie durchgesetzt. Er hatte - zur Verärgerung Obamas - bereits vor Monaten öffentlich 40 000 Soldaten verlangt. Sonst seien die radikal-islamischen Taliban nicht zu besiegen.
| © dpa/bas |
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