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China warnt Obama vor Treffen mit Dalai Lama

Veröffentlicht: 2 Februar 2010 13:59
Verändert : 2 Februar 2010 13:58

PEKING - Ungewöhnlich deutlich hat Chinas kommunistische Führung den US-Präsidenten Barack Obama vor einem Treffen mit dem Dalai Lama gewarnt.

Es würde die politische Grundlage der Beziehungen "schwer untergraben", sagte der Vizeminister der Einheitsfront im Zentralkomitee, Zhu Weiqun, am Dienstag in Peking.

Er reagierte auf Berichte, dass Obama das religiöse Oberhaupt der Tibeter in den kommenden Wochen empfangen will. Die Beziehungen zwischen China und den USA sind ohnehin durch neue US-Waffenlieferungen an Taiwan angespannt, das Peking nur als abtrünnige Provinz betrachtet.

Zhu sagte, ein solches Treffen würde "das Vertrauen und die Kooperation zwischen unseren beiden Ländern schädigen". Er fügte hinzu: "Und wie hilfreich wäre das für die USA, die gegenwärtige Finanzkrise zu bewältigen?" China hoffe, das es nicht dazu komme, plane aber "entsprechende Maßnahmen", falls Obama seine Absicht wahr machen sollte, sagte Zhu Weiqun, ohne Details zu nennen.

Direkte Gespräche als Lösung fürs Tibet-Problem

Unterdessen erklärte der Gesandte des Dalai Lama, Lodi Gyari, trotz mangelnder Fortschritte in der jüngsten Gesprächsrunde mit der chinesischen Seite wollten die Vertreter des geistlichen Oberhauptes der Tibeter den Dialog fortsetzen.

"Direkte Gespräche zwischen der (exil- )tibetischen Führung und der chinesischen Regierung sind der einzige Weg, um das Tibet-Problem zu lösen", so Gyari.

"Der Dalai Lama verfolgt keine persönlichen Ziele, sondern setzt sich ausschließlich für die Rechte und das Wohlergehen der Tibeter ein", sagte Gyari. Dazu gehöre allerdings die Durchsetzung "echter" Autonomie in Tibet, die den Menschen erlaube, selbst über ihre Geschicke zu bestimmen.

Die Warnung Chinas an Obama vor einem Treffen mit dem Dalai Lama verurteilte Gyari als "politisches Theater". Es sei die Aufgabe des Dalai Lama, weltweit an "Türen zu klopfen", um die Belange des tibetischen Volkes vorzutragen. Daher sei es bedauerlich, dass Peking darauf mit "großer Arroganz" reagiere.

© dpa/jj
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