Deutscher Botschafter entging knapp Selbstmord-Anschlag
| Veröffentlicht: | 6 Februar 2010 14:38 |
| Verändert : | 6 Februar 2010 15:18 |
HAMBURG - Der deutsche Botschafter in Afghanistan, Werner Hans Lauk, ist offenbar nur knapp einem Selbstmordanschlag entgangen.
Das gehe aus einem vertraulichen Einsatzbericht hervor, den sein Personenschutzkommando nach dem Vorfall an das Bundespolizeipräsidium in Potsdam geschickt habe, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel.
'Von fremdem Fahrzeug bedrängt'
Demnach war Lauk am Morgen des 13. Oktober 2009 in Kabul mit einem Konvoi von drei Botschaftsfahrzeugen auf dem Weg zum Flughafen, als die von Bundespolizisten geschützte Kolonne von einem anderen Fahrzeug bedrängt wurde.
Mehr als sechs Minuten habe das Fahrer den letzten Wagen des Konvois bei hoher Geschwindigkeit und mit Abständen von zum Teil nur einem Meter verfolgt, um ihn zu überholen und so in die Mitte des Konvois zu gelangen. Auf ganz ähnliche Weise hatte wenige Wochen zuvor ein Selbstmordattentäter einen Konvoi mit einer Autobombe angegriffen und 16 Menschen getötet.
Verfolger wurden abgehängt
Laut einem weiteren Protokoll war ein Schütze des deutschen Konvois bereits entschlossen, auf den Fahrer des Toyotas zu schießen, falls der den letzten Wagen überholen sollte. Bevor es dazu kam, konnten die Deutschen den Verfolger in einem Kreisverkehr abhängen.
"Alle sind überzeugt, dass es sich bei dem Vorfall um einen tatsächlichen Anschlagsversuch handelte", heißt es in dem Einsatzbericht an die Zentrale in Potsdam. Dafür spreche sowohl die für Selbstmordanschläge in Kabul typische Zeit am frühen Morgen als auch die Vorgehensweise.
| © dpa/cf |
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