Umweltminister rät zum Atomausstieg
| Veröffentlicht: | 6 Februar 2010 18:30 |
| Verändert : | 6 Februar 2010 18:33 |
BERLIN - Der Vorstoß von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) für einen schnellen Atomausstieg hat in seiner eigenen Partei für Empörung gesorgt.
Die Union sollte sich nach Ansicht von Bundesumweltminister Norbert Röttgen möglichst bald von der Atomkraft verabschieden.
Seine Partei müsse sich "gut überlegen, ob sie gerade die Kernenergie zu einem Alleinstellungsmerkmal machen will", sagte Röttgen der Süddeutschen Zeitung. Die Bundesregierung werde bis zum Herbst darlegen, wie die Reaktoren schrittweise durch erneuerbare Energien abgelöst werden sollten. Details nannte er nicht.
Keine Akzeptanz
Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Michael Fuchs, sagte der Welt am Sonntag: "Im Koalitionsvertrag gibt es eine klare Vereinbarung, die auch für den Umweltminister gilt. Wir können unsere Umweltziele ohne Kernkraft nicht erreichen."
Fuchs kritisierte, Röttgen spreche "von Zugeständnissen an Kraftwerksbetreiber, diese sind jedoch nie gemacht worden." Zwar müssten unsichere Atomkraftwerke abgeschaltet werden. "Sichere Kraftwerke können weiterlaufen, und zwar nicht nur vierzig Jahre, wie Herr Röttgen willkürlich festlegen will, sondern sechzig Jahre wie in den USA oder noch länger."
Es bedeute volkswirtschaftlich "einen enormen Schaden, gut funktionierende Kernkraftwerke abzuschalten, die weder durch Vogelschredderanlagen (Windkraft) noch durch Subventionsgräber (Solarzellen) ersetzbar sind".
'Unfug in der Debatte'
Auch Michael Kretschmer, ebenfalls stellvertretender Union-Fraktionsvorsitzender, kritisierte in der WamS: "Ich bin selbst Ingenieur und sprachlos über so viel Unfug in der Debatte. Wollen wir tatsächlich die sichersten AKWs der Welt abschalten, um dann Strom aus weniger sicheren, ausländischen AKWs zu importieren?" Es werde gewünscht, aus der Kernenergie auszusteigen, außerdem aus der Braunkohle und aus der Steinkohle - "aber mit erneuerbarer Energie allein, lässt sich ein Industrieland wie Deutschland nicht betreiben", sagte Kretschmer.
| © dpa/AFP/nina |
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