Ahmadinedschad ordnet Urananreicherung auf 20% an
| Veröffentlicht: | 7 Februar 2010 09:39 |
| Verändert : | 7 Februar 2010 13:53 |
TEHERAN - Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent in seinem Land angeordnet.
Diesen Auftrag erteilte er am Sonntag im staatlichen Fernsehen dem Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Salehi.
Einen Vorschlag der internationalen Gemeinschaft, das Uran im Ausland anreichern zu lassen, lehnte der Iran bislang ab.
Der Iran werde mit der Anreicherung auf einen Grad von 20 Prozent starten, wenn der Westen nicht aufhöre mit dem Iran "Spielchen zu spielen", hatte Ahmadinedschad am Sonntag in Teheran gesagt. Der Iran sei technisch in der Lage dazu.
Die Äußerungen des Präsidenten kamen einen Tag, nachdem der Atomstreit im Mittelpunkt der Internationalen Sicherheitskonferenz in München gestanden hatte.
Enttäuschung über Mottaki
Irans Außenminister Manuchehr Mottaki hatte mit seinem Auftritt in München am Freitag für weitere Verwirrung und teils deutliche Ablehnung gesorgt. Der Besuch war zunächst als Zeichen der Hoffnung für einen Weg aus dem jahrelangen Atomstreit mit dem Iran gewertet worden.
Westliche Politiker hatten sich jedoch nach den Gesprächen in München enttäuscht über die Ergebnisse geäußert.
Rückzieher
Das islamische Land reichert Uran bisher nur auf einen Grad von 3,5 Prozent des spaltbaren Isotops U 235 an. Ahmadinedschad hatte vor wenigen Tagen erklärt, sein Land sei bereit, das schwach angereicherte Material im Ausland auf den Grad von 20 Prozent bringen zu lassen, um es in einem medizinischen Forschungsreaktor einsetzen zu können.
Das angereicherte Uran will der Iran für seinen Forschungsreaktor in Teheran nutzen, der unter anderem für medizinische Zwecke genutzt wird. Um Uran waffenfähig zu machen, ist ein Anreicherungsgrad von 80 bis 90 Prozent nötig.
Amerikaner fordern Härte
Der Westen kündigte für diesen Fall verschärfte Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an. Der US-Senator Joe Lieberman drohte dem Iran sogar mit militärischem Eingreifen.
US-Verteidigungsminister Robert Gates forderte mehr Härte gegenüber dem Iran. Die internationale Gemeinschaft müsse "gemeinsam Stellung beziehen, um Druck auf die iranische Regierung auszuüben", sagte Gates in Rom nach einem Gespräch mit seinem italienischen Kollegen Ignazio La Russa.
Iran habe "zahlreiche Gelegenheiten" gehabt, die Ziele seines Atomprogramms transparent zu machen. "Die Ergebnisse waren sehr enttäuschend", sagte Gates.
Das britische Außenministerium bezeichnete Teherans Pläne, nun selbst Uran auf 20 Prozent anzureichern, als "klaren Grund für ernste Besorgnis". Unter den UN-Vetomächten stehen Russland und China neuen Sanktionen bislang eher ablehnend gegenüber.
| © AFP/dpa/nj |
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