Rasmussen für strategische Neuausrichtung der NATO
| Veröffentlicht: | 7 Februar 2010 13:30 |
| Verändert : | 7 Februar 2010 15:15 |
MÜNCHEN - Generalsekretär Anders Rasmussen hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz für eine strategische Neuausrichtung der NATO geworben.
Die NATO müsse in eine "global vernetzte Sicherheitsorganisation" umgewandelt werden, sagte Rasmussen am Sonntag zum Auftakt des dritten Konferenztages. Kernaufgabe der Allianz bleibe die Verteidigung ihrer Mitgliedstaaten, allerdings habe sich die Art der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus, Piratenüberfälle oder Cyber-Angriffe in den vergangenen Jahren grundlegend geändert.
Sicherheit erfordere heute ein "aktives Eingreifen, möglicherweise auch sehr weit von unseren Grenzen entfernt", sagte Rasmussen. Dabei sei eine enge Vernetzung mit anderen internationalen Akteuren und Staaten unerlässlich.
Vor allem der Afghanistan-Konflikt sei ein "klares Beispiel" dafür, dass Sicherheit im 21. Jahrhundert kein "Staffellauf" sei, bei dem ein Akteur den Stab an den nächsten weiterreiche. "Wir brauchen Bemühungen als Team, das zusammen auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitet", sagte Rasmussen.
'Drehscheibe' für Sicherheitsfragen
"Wir müssen die NATO in ein Forum für die Beratung über weltweite Sicherheitsfragen machen", forderte der Generalsekretär. Die Militärallianz müsse zur "Drehscheibe" werden, das einem gemeinsamen Vorgehen gegen globale Herausforderungen den Weg bereite. Vor allem mit China und Indien müsse die NATO engere Verbindungen eingehen, verlangte Rasmussen.
Der frühere dänische Ministerpräsident stellte klar, dass die NATO keineswegs in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen treten solle. Vielmehr könne die UNO von einer transformierten NATO profitieren. Schon heute fänden viele Einsätze der Militärallianz im Rahmen von UN-Resolutionen statt.
'Wir reden zu viel'
Auch Bundesverteidigungsminister Guttenberg sprach sich dafür aus, die Reform der NATO rasch anzugehen und nicht in Debatten zu verharren. "Wir reden zu viel, und wir erreichen zu wenig."
Am dritten und letzten Konferenztag wollten die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz über die Zukunft der transatlantischen Militärallianz beraten.
| © AFP/nj |
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