Offensive gegen Taliban: Hunderte Zivilisten fliehen
| Veröffentlicht: | 8 Februar 2010 13:48 |
| Verändert : | 8 Februar 2010 13:49 |
KANDAHAR - Angesichts der bevorstehenden Militäroffensive in der südafghanischen Provinz Helmand fliehen Hunderte Zivilisten aus der dortigen Taliban-Hochburg Mardschah.
Der Sprecher der Provinzregierung, Daoud Ahmadi, sagte, bislang seien rund 90 Familien, etwa 500 Menschen, aus dem Distrikt Mardschah in die Provinzhauptstadt Laschkar Gah gekommen.
Weitere 200 Familien aus anderen Distrikten hätten in Laschkar Gah Zuflucht gesucht. Man habe Nahrungsmittel und Unterkunft für bis zu 15.000 Flüchtlinge vorbereitet.
Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi sagte, die Aufständischen würden Mardschah verteidigen und hätten rund um die gleichnamige Distrikthauptstadt Sprengsätze platziert. Nach Angaben der Internationalen Schutztruppe ISAF bereiten sich 15.000 afghanische und ausländische Sicherheitskräfte auf die Offensive in Helmand vor. Die internationalen Truppen kommen aus den USA, Großbritannien, Kanada, Frankreich und Estland.
Afghanische Sicherheitskräfte übernehmen Führung
Um zivile Opfer zu vermeiden, hat die ISAF Flugblätter über Mardschah abgeworfen und die Bevölkerung vor der bevorstehenden Operation "Muschtarak" ("Gemeinsam") gewarnt. Die afghanischen Sicherheitskräfte sollen die Führung bei der Großoffensive übernehmen, die nach Militärangaben "bald" beginnen soll.
Ein Einwohner von Mardschah, der nicht namentlich genannt werden wollte und am vergangenen Freitag mit seiner Familie zu Fuß aus dem Distrikt geflohen war, sagte, die Taliban horteten Waffen in Mardschah. Die Aufständischen bereiteten sich auf die Kämpfe vor. Sie hätten in Moscheen verkündet, dass es genug Waffen für die Bewohner von Mardschah gebe, um ihren Distrikt zu verteidigen.
Ein Mann aus Mardschah namens Abdul Wali, der ebenfalls in die Provinzhauptstadt geflohen ist, sagte: "Tausende Menschen sind schon gekommen, und Tausende weitere sind auf dem Weg von Mardschah nach Laschkar Gah."
Der Distrikt Mardscha mit seinen mehr als 80.000 Bewohnern ist vollständig unter der Kontrolle der radikal-islamischen Taliban. Mardscha ist zugleich das wichtigste Zentrum für den Handel mit Rohopium, aus dem Heroin gewonnen wird. Die Taliban finanzieren sich unter anderem aus dem Drogenhandel.
Die ISAF teilte am Montag mit, am Vortag seien bei einem Anschlag im Süden Afghanistans zwei ihrer Soldaten getötet worden. Angaben zur Nationalität der Opfer machte die Schutztruppe nicht. Ebenfalls am Sonntag waren in Nordafghanistan zwei schwedische ISAF-Soldaten und ihr afghanischer Übersetzer getötet worden.
| © dpa/jj |
Weitere Nachrichten: Politik
- Schavan für mehr Einfluss des Bundes im Bildungsbereich
- Girlande aus Geldscheinen bringt Politikerin Kritik ein
- Scharfe Kritik an Gorleben-Erkundung
- US-Sondergesandter Mitchell verschiebt Reise nach Israel
- Regierungsgegner in Bangkok bei Massen-Blutabnahme
- US-Regierung bekräftigt Partnerschaft mit Israel
- Sarrazin darf in SPD bleiben
- Merkel kritisiert israelische Siedlungspolitik
- Putins Partei verteidigt Führungsposition
- 'Klärung von Atom-Endlager Gorleben erfordert 25 Jahre'
- Opposition kritisiert Röttgens Pläne für Gorleben
- Thailands Regierungschef lehnt Rücktritts-Ultimatum ab
- Denkzettel für Sarkozys Regierungslager
- Verfassungsschutz: Die Linke bleibt unter Beobachtung
- SPD kritisiert Westerwelles Attacken
- Israel beschließt Sperranlage an Grenze zu Ägypten
- EU: Alleingang bei Iran-Sanktionen?
- Westerwelle geht zum Angriff über
- Rösler plant behutsame Umstellung auf Kopfpauschale
- Aigner: Nährstoff-Angaben werden Pflicht
- Roth möchte Grünen-Parteichefin bleiben
- Guttenberg: Konzept für verkürzten Wehrdienst fertig
- Westerwelle soll 'persönlich vernichtet' werden
- Russland und USA einig über nukleare Abrüstung
- Ministerpräsident bei Wahl im Irak vorn
- Kein Verbot von Live-Berichten über Taliban-Anschläge
- Neue Vorwürfe gegen SPD-Landeschef Stegner
- Lafontaine will weiter auf Bundesebene mitmischen
- Regierungsgegner marschieren auf Bangkok zu
- Islamkonferenz auf der Kippe - Misstöne im Dialog
- Linke wirbt für Regierungsbeteiligung in NRW
- Hoch geschätzte CDU-Politikerin Laurien ist tot
- Weiterer General wegen Kundus-Affäre entlassen
- 'Schwarz-Rot' ist Wunschbündnis der Deutschen
- Frühere Porno-Regisseurin will ins britische Parlament
- Sarkozy muss Wahlschlappe befürchten
- Merkel stärkt Westerwelle in Reise-Debatte
- Koalitionszwist: Roth kritisiert Köhlers Schweigen
- Israel riegelt Westjordanland für 48 Stunden ab
- Erdogan sagt Schweden-Besuch ab
- Lindner verteidigt Westerwelles Auslands-Delegationen
- Innenminister will Muslim-Vereinen entgegenkommen
- Schulbesuch für Kinder illegaler Zuwanderer geplant
- Obama spendet Nobelpreis-Geld
- Union stellt sich hinter Röslers Pharmapläne
- Oppositionelle sammeln Unterschriften für Putin-Rücktritt
- Schavan fordert Verbesserungen bei Bologna-Studienreform
- USA sehen Verstöße gegen Menschenrechte in Deutschland
- Westerwelle weist neue Mitreise-Vorwürfe zurück
- Muslim-Vereine prüfen Ausstieg aus Islamkonferenz
Blutige Proteste
Regierungsgegner in Bangkok wollen hunderte Liter Blut vor dem Regierungssitz ausschütten.





