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'Neues Verbotsverfahren gegen Erdogan-Partei steht bevor'

Veröffentlicht: 18 März 2010 11:27
Verändert : 18 März 2010 11:27

ISTANBUL - In der Türkei steht angeblich ein neues Verbotsverfahren gegen die Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bevor.

Es gebe Informationen, wonach Generalstaatsanwalt Abdurrahman Yalcinkaya an diesem Freitag einen zweiten Verbotsprozess gegen die religiös-konservative Partei einleiten wolle, berichtete die unabhängige Zeitung Taraf am Donnerstag. Eine Stellungnahme des Generalstaatsanwalts zu dem Bericht lag zunächst nicht vor.

Yalcinkaya hatte die AKP vor zwei Jahren wegen des Verdachts islamistischer Umtriebe vor das Verfassungsgericht gebracht. Das Gericht vermied damals ein Verbot, verwarnte die Erdogan-Partei aber scharf. In den vergangenen Wochen waren Spekulationen über ein zweites Verbotsverfahren laut geworden.

Angriff auf Unabhängigkeit Justiz

Die AKP arbeitet derzeit an einem Paket von Verfassungsänderungen, mit dem sie unter anderem Parteiverbote durch die Einführung eines Parlamentsvorbehalts erschweren will. Zu dem Paket gehören laut Presseberichten zudem Pläne für eine Neuordnung des Verfassungsgerichts und anderer Justiz-Institutionen. Diese Vorhaben werden von Regierungsgegnern als Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz gewertet.

Mit dem Verfassungspaket will Erdogan außerdem die zivile Kontrolle über die Militärs stärken und eine Strafverfolgung der Anführer des letzten Militärputsches von 1980 ermöglichen, die bisher durch einen Passus in der Verfassung geschützt sind. Die derzeitige türkische Verfassung war zwei Jahre nach dem Putsch unter Weisung der Militärs ausgearbeitet worden.

© AFP/jj
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