Iran: Karubi sagt Trauermarsch ab
| Veröffentlicht: | 24 Juni 2009 22:43 |
| Verändert : | 25 Juni 2009 07:17 |
TEHERAN - Der unterlegene Kandidat bei der iranischen Präsidentschaftswahl, Mehdi Karubi, hat den für Donnerstag geplanten Trauermarsch in Teheran abgesagt.
Laut der Internetseite von Karubis Partei soll der Trauermarsch zum Gedenken an die Toten bei den Demonstrationen nun in der kommenden Woche stattfinden.
Oppositionsfront bröckelt
Die Oppositionsfront scheint unterdes zu bröckeln: Der unterlegene Präsidentschaftskandidat Mohsen Resai zog seine Beschwerde beim Wächterrat gegen die Wahlergebnisse zurück. Der frühere Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden hatte mit den Reformkandidaten Mir-Hossein Mussawi und Mehdi Karubi Beschwerde gegen den Wahlausgang eingelegt.
Mussawi veröffentlichte dagegen einen detaillierten Bericht zu den mutmaßlichen Betrugsfällen und forderte eine "Wahrheitskommission" zur Überprüfung des Wahlvorgangs. In dem Bericht wird unter anderem bezweifelt, dass die Urnen zu Wahlbeginn tatsächlich leer waren.
Harte Linie
Die iranische Führung bleibt bei ihrer harten Linie: Ein Großaufgebot von Sicherheitskräften verhinderte am Mittwoch eine Demonstration von Oppositionsanhängern. Das geistliche Oberhaupt, Ayatollah Ali Chamenei, bekräftigte die unnachgiebige Haltung der Regierung.
Die Führung werde nicht "zurückweichen", erklärte Chamenei. Er hatte sich bereits vergangene Woche hinter Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad gestellt, dessen Sieg bei der Präsidentenwahl die anderen Kandidaten anzweifeln.
Polizei verhindert Kundgebung
Obwohl Proteste verboten wurden, versuchten hunderte Menschen am Mittwoch an einer Kundgebung teilzunehmen. Sie wurden jedoch von Hundertschaften der Polizei und islamischen Milizen davon abgehalten, die laut Augenzeugen mit Schlagstöcken und Schutzschilden ausgerüstet waren.
Den Angaben zufolge gingen die Demonstranten friedlich auseinander. Ein Augenzeuge berichtete allerdings von Detonationen, ohne jedoch nähere Angaben zu deren Ursprung machen zu können. Am Abend war es einem weiteren Augenzeugen zufolge ruhig. Es seien jedoch viele Sicherheitskräfte auf den Straßen unterwegs.
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| © AFP/dom/nina |
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