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- Special: Iran: Nachrichten auf einen Blick.

Arzt flieht aus dem Iran nach Hilfe für Neda

Veröffentlicht: 26 Juni 2009 10:39
Verändert : 26 Juni 2009 11:41

LONDON - Ein Mann, der der Iranerin Neda Agha-Soltan in ihren letzten Minuten beistand, ist aus dem Iran geflüchtet, weil er um sein Leben fürchtete.

Das meldet die britische Zeitung The Times am Freitag. Der Mord an der 26-jährigen Neda schockierte die Welt. Sie starb am Rande einer Oppositions-Demonstration in Teheran durch einen Schuss in die Brust.

Ein Augenzeuge filmte den Todeskampf der jungen Frau mit seinem Mobiltelefon und schickte das Video an einen Bekannten, der den Film ins Netz stellte. Die Bilder verbreiten sich in der ganzen Welt.

Artzt eilte zur Hilfe

Auf dem Video ist unter anderem zu sehen, wie ein Mann in einem weißen Shirt der Niedergeschossenen zur Hilfe eilt.

Dabei handelt es sich um den 38-jährigen Arzt Arash Hejazi, der mit seiner Familie im britischen Oxford wohnt und zum Zeitpunkt der tödlichen Schüsse geschäftlich im Iran unterwegs war.

Motorradfahrer als Schützen ausgemacht

Der Arzt ist nun wieder zu seiner Familie in England zurückgekehrt und sprach gegenüber der Times zum ersten Mal öffentlich über das Geschehen. Wie andere Zeugen gab Hejazi an, dass der Todesschuss von Regierungs-Milizen abgefeuert wurde.

Gegenüber dem britischen Sender BBC nannte Hejazi weitere Einzelheiten. So habe die umstehende Menge einen der Miliz angehörenden Motorradfahrer als Schützen ausgemacht.

Zuerst seien alle davon ausgegangen, der Schuss sei von einem Häuserdach gekommen, sagte Hejazi. Dann hätten die Menschen den Mann auf dem Motorrad entdeckt, ihn gestellt und entwaffnet. "Ich habe gehört wie er sagte: 'Ich wollte sie nicht töten'"

Symbol für Widerstand

Auch wenn er nach seinen Aussagen wahrscheinlich nie wieder in seine Heimat zurückkehren könne, schulde er es Neda, an die Öffentlichkeit zu treten, so Hejazi.

Er sei froh, dass Neda zu einem Symbol für die Brutalität des Regimes im Iran geworden ist. "So ist ihr Blut nicht völlig umsonst vergossen worden".

Echtheit noch nicht bestätigt

Die Bilder der blutenden und sterbenden jungen Frau, die noch immer nicht zweifelsfrei als echt identifiziert werden konnten, kursieren seit dem Wochenende im Internet und haben aus der Musikstudentin eine Symbolfigur für den Widerstandskampf im Iran gemacht.

© ANP/kava
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