100 Oppositionelle im Iran vor Gericht
| Veröffentlicht: | 1 August 2009 10:10 |
| Verändert : | 1 August 2009 17:25 |
TEHERAN - Nach den Massenprotesten im Iran gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat am Samstag ein erster Prozess gegen rund 100 Oppositionsanhänger begonnen
Ihnen werden Aufruhr, Vergehen gegen die nationale Sicherheit sowie Verschwörung gegen das herrschende System vorgeworfen, berichteten staatliche Medien.
Unter den Angeklagten sind auch prominente Vertreter eines Reformkurses in dem streng islamischen Land, darunter der ehemalige Vize-Präsident Mohammed Ali Abtahi, und Journalisten. Vergehen gegen die nationale Sicherheit können im Iran mit dem Tod geahndet werden.
Regierungsvertreter auf der Anklagebank
Im Iran veröffentlichte Bilder aus dem großen, voll besetzten Gerichtssaal zeigten die Angeklagten in grauer Gefängniskleidung. Der 51-jährige Abtahi sah erschöpft aus.
Es ist das erste Mal seit der Islamischen Revolution im Iran vor 30 Jahren, dass Dutzende ehemaliger Regierungsvertreter und prominenter Politiker auf der Anklagebank sitzen.
'Samtene Revolution'
Ihnen wird nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur IRNA unter anderem vorgeworfen, an einer Verschwörung mit dem Ziel einer "Samtenen Revolution" teilgenommen zu haben.
Sie sollen Krawalle angezettelt, Militär und staatliche Gebäude angegriffen und gegen das Establishment konspiriert haben.
AI fordert: 'Keine Schauprozesse'
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) forderte die Führung in Teheran auf, keine Schauprozesse gegen Oppositionelle zu veranstalten.
"Wir werden darauf achten, dass es nicht dazu kommt. Es müssen faire Verfahren durchgeführt werden", sagte die Generalsekretärin von AI-Deutschland, Monika Lüke, der Berliner Zeitung. In den Gefängnissen dürfe nicht mehr gefoltert werden und die Pressefreiheit müsse wieder hergestellt werden.
Amerikanische Touristen festgenommen
Wie der iranische Staatssender al-Alam berichtetet, hat Iran unterdessen offiziell bestätigt, dass drei amerikanische Touristen von iranischen Militärs nahe der irakischen Grenze festgenommen worden sind.
Die Amerikaner seien am Freitagmorgen auf einer Bergwanderung bei einer irrtümlichen Überquerung der nordirakischen Grenze zum Iran festgenommen worden, so der amerikanische Nachrichtensender CNN.
Das Grenzgebiet sei in dieser Gegend nicht deutlich angegeben und die drei Amerikaner - ein Mann und zwei Frauen - seien ohne einheimischen Reiseführer oder Dolmetscher unterwegs gewesen.
Alle Nachrichten und Hintergründe zur Situation im Iran im Dnews-Special.
| © dpa/kava/nina |
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