Ullrich darf Olympia-Gold behalten
| Veröffentlicht: | 8 Februar 2010 11:08 |
| Verändert : | 8 Februar 2010 11:08 |
VANCOUVER - Der Fall Jan Ullrich ist zu Ende, der einstige Radsport-Star darf sein Olympia-Gold vom Straßenrennen 2000 in Sydney wohl endgültig behalten.
"Das Verfahren ist aus. Es kann nur noch einmal aufgenommen werden, wenn neue Beweise gegen ihn vorliegen. Aber das zeichnet sich nicht ab", sagte Kommunikations-Direktor Mark Adams vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nach der Tagung der 15-köpfigen Exekutive vor dem Auftakt der Winterspiele (12. bis 28. Februar) in Vancouver.
IOC-Vizepräsident Thomas Bach war schon zuvor klargewesen, dass die seit September 2009 vorliegenden 2000 Seiten umfassenden Unterlagen des Bundeskriminalamtes keine neuen Indizien enthalten. "Sie geben nichts her in der Frage, was 2000 war.
Operacion Puerto
Nach wie vor wissen wir nicht, was die Spanier noch an zusätzlichen Akten haben. Sie scheinen ja nicht gewillt, sie herauszugeben", meinte Bach mit Hinweis auf entscheidende Unterlagen aus der "Operacion Puerto" um den spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes.
Laut Bach betreffen alle Ergebnisse des BKA, die den Untersuchungsbericht der Uni Freiburg enthielten, die Zeit vor dem Jahr 2000. Aus dem Zeitraum danach gibt es keine Indizien dafür, dass der ehemalige Telekom-Profi bei Olympia auf dem Weg zu Gold (Straße) und Silber (Zeitfahren) gedopt haben könnte.
Unterlagen helfen Kommission nicht
Auch die wenigen Unterlagen aus dem Besitz von Fuentes, die ausgewertet werden konnten, halfen der IOC-Disziplinarkommission nicht weiter. Sie betrafen nur den Zeitraum 2003 bis 2006, in dem der Tour-de-France-Sieger von 1997 mehr als 20-mal von Fuentes behandelt worden war. Über Zahlungen, die Ullrich an den Dopingarzt leistete, liegen Dokumente vor.
Der Sydney-Olympiasieger war trotz Beweisen der Bonner Staatsanwaltschaft 2008 ohne Dopingstrafe davon gekommen. Das Verfahren gegen den Mecklenburger wurde gegen Zahlung von 250.000 Euro eingestellt.
Ullrich war am Tag vor der Frankreich-Rundfahrt 2006 durch seinen Rennstall T-Mobile von der Startliste genommen worden, nachdem er durch Dokumente der "Operacion Puerto" unter Verdacht geraten war, in den spanischen Dopingskandal verwickelt gewesen zu sein. Der gebürtige Rostocker, der stets Doping bestritt, hatte 2007 seine Karriere für beendet erklärt.
| © AFP/ch |
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