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Deutsche in Blutbank-Affäre involviert

Veröffentlicht: 8 Februar 2010 13:30
Verändert : 8 Februar 2010 13:30

BERLIN - Vier Tage vor dem Start von Olympia haben die Mutmaßungen über die Verwicklung deutscher Wintersport-Athleten in die Blutdoping-Affäre neue Nahrung erhalten.

"Es gab Hinweise auf Sportler aus Deutschland, aus dem Wintersport. Wir hatten aber keine konkreten Namen", sagte Arnold Riebenbauer, damals Vorsitzender des Disziplinar-Ausschusses des österreichischen Ski-Verbandes, in dem ARD-Film "Geheimsache Doping: Eiskalter Betrug", der in der Nacht zu Dienstag gesendet wurde.

Riebenbauer erklärte, dass er Hinweise auf Verstrickung deutscher Biathlethen und Skilangläufer in die Affäre im Rahmen von Zeugen-Vernehmungen erhalten habe.

Damit stellte erstmals eine Quelle aus Ermittlerkreisen eine Verbindung von deutschen Athleten zum Wiener Labor her. Bislang lagen nur Hinweise von anonymen Quellen über Verstrickungen vor. Der Blutbank-Skandal war im Winter 2007/2008 publik geworden.

Rund 20 Sportler sollen Blutdoping betrieben haben

Nach damaligen Recherchen der ARD sollen rund 20 deutsche Sportler aus den Bereichen Biathlon und Skilanglauf in einem Labor in Wien Blutdoping betrieben haben.

Stefan Schwarzbach, Pressesprecher des Deutschen Ski-Verbandes (DSV), hatte indes anderslautende Informationen. "Wir haben bei Staatsanwaltschaften und Nationalen Anti-Doping-Agenturen nachgefragt und die Bestätigung erhalten, dass keine deutschen Sportler involviert sind."

Der ehemalige österreichische Ski-Trainer Walter Mayer, zentrale Figur in dem Doping-Skandal bei den Winterspielen 2006 in Turin, nahm in dem Film nach Jahren erstmals wieder zum Thema Doping Stellung und kritisierte, dass es bislang keine Nachtests von Proben der Spiele 2006 gegeben habe. "Wenn es Nachtests zu Turin geben würde, würden viele Medaillengewinner in einem schlechten Licht stehen", prophezeite Mayer.

Substanz S107

Schwere Doping-Vorwürfe gegen den Wintersport erhob in dem Film auch ein nordischer Skisportler aus Mitteleuropa, der allerdings anonym bleiben wollte. Der WM- und Olympiateilnehmer verglich die die Doping-Situation im nordischen Skisport mit dem Radsport. Vor allem im Skilanglauf habe er mitbekommen, dass massiv gedopt werde, sagte der Athlet, der selbst Blutdoping zugab.

Erschreckende Details lieferte der Film über die Substanz S107. Das Präparat, das in ein paar Jahren zur Behandlung von Herzleiden eingesetzt werden soll, fördere die Ausdauerleistung bei Menschen um 20 Prozent und sei im Sport schon längst im Umlauf, hieß es. Die Substanz stehe allerdings noch nicht auf den Doping-Listen, sei aber problemlos im Internet zu bestellen.

© AFP/ch
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