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Absatzkrise lässt Champagner-Preise purzeln

Veröffentlicht: 29 Dezember 2009 07:20
Verändert : 29 Dezember 2009 07:20

PARIS/STRASSBURG - Lange war Champagner ein Luxus-Produkt, für das Genießer tief in die Tasche greifen mussten. Doch die Wirtschaftskrise hat die Nachfrage einbrechen lassen.

Was für die Branche ein Alptraum ist, kann Verbraucher freuen. Denn rechtzeitig vor Silvester purzeln die Preise - vor allem im Stammland Frankreich, aber vereinzelt auch in Deutschland.

In Frankreich liefern sich die großen Supermärkte ein regelrechtes Preisgefecht. Im Straßburger Großmarkt Leclerc etwa lockt gleich hinter dem Eingang ein riesiges Schild mit "Champagner zu Sonderpreisen".

Preisnachlässe bis zu 30 Prozent

In der Weinabteilung preist ein Verkäufer an einem riesigen Verkaufsstand wie ein Marktschreier übers Mikrophon die Flaschen mit dem Luxus-Schaumwein an. Um den Stand drängeln sich die Kunden, unter ihnen viele Deutsche aus dem benachbarten Baden-Württemberg.

Denn so billig war Champagner in Frankreich schon lange nicht mehr. Auf vielen Flaschen verkünden bunte Aufkleber Preisnachlässe von bis zu 30 Prozent. "Champagner, die bisher 13 Euro gekostet haben, sind nun für zehn Euro zu haben", sagt Sébastien Robert, der bei Leclerc in Ostfrankreich für den Einkauf zuständig ist. Einige Sorten würden kurz vor den Festtagen sogar zum Kampfpreis von 8,50 Euro angeboten.

Wirtschaftskrise beschert Schnäppchenpreise

Grund ist die Wirtschaftskrise, die vor allem die Exporte einbrechen ließen - auf einigen Märkten um bis zu 60 Prozent. Besonders stark ging die Nachfrage nach Angaben des französischen Komitees für die Vermarktung des Champagners (CIVC) in den USA und Großbritannien zurück, aber auch in Russland wird weniger Champagner getrunken. Insgesamt rechnet der Verband für 2009 mit einen Rückgang der Exporte um bis zu 15 Prozent.

In Deutschland macht sich der Trend bisher nur vereinzelt bemerkbar. Zwar lockte etwa der Discounter Penny in den vergangenen Tagen mit Champagner für nur 9,99 Euro. Dem Frankfurter Marktforschungunternehmen Nielsen zufolge sind solche Aktionen aber eher die Ausnahme.

Anderswo koste selbst mittelmäßiger Champagner "deutlich über 20 Euro", erläutert die Verbraucherexpertin Elisabeth Maleika. Für Flaschen aus renommierten Kellereien klettere der Preis rasch auf über 40 Euro. "Anders als in Frankreich bleibt Champagner in Deutschland ein Luxus-Produkt für Genießer, die sich das leisten können", betont Maleika.

© AFP/mgr
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