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'Ärzte sollen sparsamer sein'

Veröffentlicht: 7 Februar 2010 12:37
Verändert : 8 Februar 2010 10:11

OSNABRÜCK - Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe hat die Mediziner zu mehr Kostenbewusstsein aufgerufen.

Die Ärzte sollten sich überlegen, "ob alle Leistungen wirklich immer notwendig" seien, sagte Hoppe der Neuen Osnabrücker Zeitung. Das gelte auch für das Verschreiben von Medikamenten.

"Manch einem Patienten wäre mit einer physiotherapeutischen Behandlung mehr geholfen, als mit einer permanenten Tablettenzufuhr." Es sei wichtig, sich auf das Notwendige zu konzentrieren, "um alles noch Notwendige gewähren zu können".

Lob für Rösler

Gleichzeitig lobte der Präsident der Bundesärztekammer den Start von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) ins Amt. "Die fast sozialistisch anmutende Gesundheitspolitik in den vergangenen 18 Jahren ist beendet", sagte Hoppe der Zeitung weiter. Rösler steuere wieder in ein freiheitliches Gesundheitssystem.

Dieser umfassende Richtungswechsel gehe natürlich nicht von heute auf morgen. "Aber jeder Schritt in diese Richtung ist ein wichtiger Schritt nach vorn."

Wie Rösler hielte auch Hoppe das System einer Gesundheitsprämie für gerechter als das bestehende Modell. Über die Steuern würden die Lasten besser auf starke und schwache Schultern verteilt, sagte er der NOZ.

Er habe aber Zweifel, dass bei der Gesundheitsprämie die Steuer dauerhaft den gewünschten Sozialausgleich leisten könne. Im Bundeshaushalt sei das Gesundheitswesen ein Kostenblock neben anderen. Daher stehe es immer in Konkurrenz zu anderen Ausgabenbereichen.

Der Ärztepräsident rief den Gesundheitsminister ferner auf, nicht nur über Finanzierungsfragen zu reden, "sondern über den ganzen Leistungsblock". Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung sei nicht mehr alles bezahlbar, "was wir im Medizinsystem leisten können".

© AFP/nj
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