Bahnchef Grube räumt Fehler bei Stuttgart 21 ein
| Veröffentlicht: | 8 Februar 2010 09:11 |
| Verändert : | 8 Februar 2010 09:18 |
STUTTGART - Nach dem symbolischen Beginn der Bauarbeiten für das Milliardenprojekt Stuttgart 21 hat Bahnchef Rüdiger Grube Fehler eingeräumt.
"Ich glaube, dass das Land, die Stadt, die Region und auch die Deutsche Bahn einfach nicht ausreichend kommuniziert haben", sagte Grube am Sonntag im Deutschlandfunk. Es seien viele Falschinformationen unkommentiert im Raum stehen gelassen worden. "Hier haben wir eine grundsätzliche Basisarbeit zu leisten, der wir jetzt aber auch nachkommen."
Trotz der anhaltenden Proteste ist Grube vom Erfolg von Stuttgart 21 überzeugt: "Ich hätte das Projekt ja jetzt nicht angestoßen, wenn ich ein Fragezeichen selbst hätte, sondern das war für mich der Startschuss", sagte er. "Und deshalb gibt es für mich kein Zurück."
Jahrelanger Streit
Nach jahrelangem Streit hatte Grube am vergangenen Dienstag in Stuttgart gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) in einem symbolischen Akt die Bauarbeiten begonnen. Sie werden bis 2019 dauern. Dann soll der Stuttgarter Kopfbahnhof in eine unterirdische Durchgangsstation umgewandelt und mit der Schnellbahntrasse nach Ulm verbunden sein.
Die Trasse zwischen Wendlingen (Kreis Esslingen) und der Donaustadt soll parallel zum neuen Bahnhof entstehen. Zusammen kosten beide Projekte mehr als sechs Milliarden Euro.
'Budget ist ausreichend'
Grube zeigte sich überzeugt, mit dem Budget für den Bahnhof auszukommen: Es sei unter anderem bereits eine Preissteigerung in den Berechnungen enthalten. "Ich bin davon überzeugt, dass wir das für diesen Betrag machen können", sagte Grube.
Nach dem symbolischen Start der Bauarbeiten geht es nun in kleinen Schritten voran. Zunächst werden Gleise entfernt und Gruben für Masten-Fundamente ausgehoben. Arbeiter legen neue Weichen zwischen die Gleise und bereiten den Boden für die dazugehörigen Oberleitungen mitsamt Signalen. Derzeit sind zwei Dutzend Mitarbeiter von zwei Firmen mit den Arbeiten am Gleis 4 beschäftigt - dort wo vor wenigen Tagen der Prellbock 49 entfernt und damit der Baustart markiert worden war. Eine der beteiligten Firmen kommt nach weiteren Angaben der Bahn aus Mühlacker (Enzkreis).
Bauarbeiten gut angelaufen
Die abgetragenen Gleise werden mit Kreissägen zerschnitten. Die Metall-Teile werden wiederverwertet, die chemisch behandelten Holzschwellen müssen entsorgt werden. Die Gleise werden von einem sogenannten Zweiwegebagger entfernt, der sowohl auf der Straße als auch auf den Schienen fahren kann.
Die Arbeiten am Gleisvorfeld sind erforderlich, damit die Bahnsteige verlängert werden können und Platz für die Baugrube geschaffen werden kann. Die Bauarbeitern erfolgen tagsüber und verstärkt während der Nachtruhe im Bahnhof, um Behinderungen im Reiseverkehr zu vermeiden.
| © dpa/bas |
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