'Goldman Sachs half bei Staatsschulden-Kosmetik'
| Veröffentlicht: | 7 Februar 2010 18:07 |
| Verändert : | 8 Februar 2010 08:09 |
HAMBURG - Goldman Sachs soll die statistischen Angaben zur griechischen Staatsverschuldung mit Hilfe komplexer Finanzinstrumente geschönt haben.
Anfang 2002 hätten sich Griechenlands Schuldenverwalter und die US-Bank auf ein Geschäft mit sogenannten "Cross-Currency-Swaps" geeinigt, berichtet der Spiegel ohne Quellen zu nennen.
Damit sollten in Dollar und Yen aufgenommene Staatsschulden von rund zehn Milliarden für eine gewisse Laufzeit in Euro getauscht werden und dann wieder zurück. Im Gegensatz zu herkömmlichen Swaps sei bei diesem Geschäft mit fiktiven Wechselkursen gearbeitet worden.
Win/Win Situation
Griechenland habe dadurch nicht den aktuellen Euro-Gegenwert von zehn Milliarden Dollar oder Yen, sondern dank des viel günstigeren Wechselkurses eine deutlich höhere Summe erhalten. Goldman Sachs habe den Griechen so einen zusätzlichen Kredit von schätzungsweise bis zu einer Milliarde Dollar verschafft.
In der Athener Schuldenstatistik erschien der Zusatzkredit nicht. Die Melderegeln von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union, erfassen Transaktionen mit Finanzderivaten nur unzureichend. Goldman Sachs wollte dem Magazon zu dem umstrittenen Geschäft "keine Stellungnahme" abgeben. Das griechische Finanzministerium reagierte auf eine schriftliche Anfrage der Zeitschrift nicht.
| © dpa/nina |
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