Inder entwickeln die 'Anti-Matsch-Tomate'
| Veröffentlicht: | 1 Februar 2010 21:58 |
| Verändert : | 1 Februar 2010 22:06 |
NEU DELHI - Indische Forscher haben Gen-Tomaten gezüchtet, die bis zu 45 Tage fest bleiben und somit besser zu lagern sein sollen.
Dazu unterdrückten die Wissenschaftler mit Hilfe der Gentechnik zwei Enzyme, die bei der Reifung der Tomaten vermehrt auftreten.
Den Wissenschaftlern zufolge sind die beiden Enzyme mit dafür verantwortlich, dass die Früchte weich werden. Schnelles Weichwerden von Obst und Gemüse führt den Angaben zufolge dazu, dass 35 bis 40 Prozent der indischen Ernte verloren geht.
Knackig
Die bereits bekannten gentechnisch möglichen Veränderungen an Tomaten seien noch nicht ausreichend, damit das Fruchtfleisch länger knackig bleibe. Beide Enzyme kämen auch bei Obst wie Papaya, Bananen und Mangos vor, so dass die Methode gegebenenfalls übertragbar sei, schreiben Asis Datta und Kollegen.
Die erste im Genlabor entwickelte "Anti-Matsch-Tomate" wurde Mitte der 90er Jahre bekannt und trägt den Namen Flavr-Savr. Sie wird jedoch heute nach Angaben des Internet-Portals transgen.de nicht mehr kommerziell angebaut, weil sie die Erwartungen der Hersteller nicht erfüllt habe.
Enzyme
Die Forscher aus Neu Delhi nahmen sich nun die Enzyme a-Mannosidase und ß-D-N-Acethylhexosaminidase vor und schalteten jeweils eines davon aus. Beim Ausschalten von einem Enzym blieben die Tomaten jeweils 30 Tage länger fest als andere, bei beiden gleichzeitig waren es weitere 15 Tage. Die Tomatenpflanzen aus dem Genlabor seien normal gewachsen und hätten genauso viele reife Früchte getragen wie unveränderte Pflanzen.
Gentechnisch veränderte Lebensmittel - Betimmungen
Gentechnisch veränderte Lebensmittel müssen in der Europäischen Union und den USA zugelassen werden, bevor sie im Laden verkauft werden dürfen. Derzeit sind in der EU nach Angaben von transgen.de keine derartig gezüchteten Tomaten auf dem Markt.
Transgen.de ist ein Internet-Portal, das 1997 mit Hilfe von öffentlichen Geldern ins Leben gerufen wurde. Derzeit erhält es nach eigenen Angaben keine öffentlichen Zuschüsse mehr, sondern finanziert sich über Spenden und Zuwendungen unter anderem aus der Industrie.
| © dpa/nina |
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