Karlsruher Forscher stellen eisigen Ballonrekord auf
| Veröffentlicht: | 2 Februar 2010 19:49 |
| Verändert : | 2 Februar 2010 19:49 |
KARLSRUHE - Einen eisigen Rekord haben Karlsruher Wissenschaftler mit einem Ballon in der Arktis aufgestellt.
Bei einem Experiment zur Erforschung der Stratosphäre habe ein Ballon erstmals die chemischen Abläufe eines kompletten Tages im arktischen Polarwirbel vermessen - bei eisigen Temperaturen von nahe minus 90 Grad. Das teilte das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) am Dienstag mit.
Mit einer Last von 750 Kilo sei der Spezialballon bereits vor etwas mehr als einer Woche zu einem 13-Stunden-Messflug aufgebrochen - erfolgreich. Der Flug wurde vom Esrange Space Center nahe Kiruna aus gestartet, der nördlichsten Stadt Schwedens.
Ungemütliche Minus 29 Grad
Der mit Helium gefüllte Ballon erreichte eine Höhe von 34 Kilometern und setzt einen neuen Rekord: Nie zuvor wurde ein Ballon dieser Größe im Nordpolarwinter bei derart niedrigen Temperaturen in die Luft geschickt, teilte das KIT mit.
"Schon beim Start betrug die Temperatur am Boden nur ungemütliche minus 29 Grad Celsius", so der Projektleiter Hermann Oelhaf vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung am KIT.
Erforschung des Ozonlochs
An Bord des Ballons: drei Instrumente, um den chemischen Zustand im Polarwirbel zu erkunden. Mit den Messgeräten können genaue Höhenprofile von mehr als 30 Spurengasen in der Stratosphäre gemessen werden, hieß es.
Wesentliches Ziel der Ballonmission war es, für den Abbau der Ozonschicht zu erforschen. Mit den Erkenntnissen aus dem Flug hoffen die Forscher, zuverlässigere mittel- und langfristige Klimaprognosen erstellen zu können.
| © dpa/kava |
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