Neue NASA-Sonde sagt Weltraumwetter vorher
| Veröffentlicht: | 4 Februar 2010 12:40 |
| Verändert : | 4 Februar 2010 12:44 |
WASHINGTON - Der friedliche Anblick eines romantischen Sonnenuntergangs trügt:
Unser Tagesgestirn ist ein brodelnder Gasball, der die Erde bisweilen mit gigantischen Wolken aus heißem Plasma überschüttet. Solche Sonnenstürme können gravierende Folgen haben.Sie bedrohen Kommunikationssatelliten, Navigationssysteme und sogar manche Stromnetze.
Um die schwankende Sonnenaktivität und damit das sogenannte Weltraumwetter besser zu verstehen, startet die US- Raumfahrtbehörde NASA am 9. Februar von Cape Canaveral in Florida aus mit einer Atlas-V-Rakete das "Solar Dynamics Observatory" (SDO) - den ersten Satelliten einer neuen Generation, wie die Verantwortlichen betonen.
Sonne 24 Stunden am Tag im Blick
Das fliegende Observatorium wird die Sonne 24 Stunden am Tag im Blick behalten, sieben Tage pro Woche, rund ums Jahr. Alle zehn Sekunden macht das SDO eine Aufnahme von der Sonne in acht Wellenlängen, jedes Bild hat 16 Megapixel - das entspricht der Auflösung einer modernen Profi-Kamera.
Der Satellit überwacht zudem die ultraviolette (UV) Strahlung und die Magnetfeldschwankungen der Sonne und schaut wie mit einer Art Ultraschall ins Innere unseres Tagesgestirns. Das alles soll nicht nur unser Wissen über die Sonnenphysik fördern, sondern auch Frühwarnungen vor gefährlichen Sonnenstürmen ermöglichen.
1,5 Terabyte an Daten
Das SDO produziert eine Datenflut, wie es sie noch nie bei einer Mission der US-Raumfahrtbehörde gegeben hat. Pro Tag funkt die Sonde 1,5 Terabyte zur Erde. Das sind nach einer NASA-Mitteilung fast 50 Mal mehr wissenschaftliche Daten als bei jeder anderen bisherigen Mission in der NASA-Geschichte. "Es ist, als würde man an jeden Tag 500.000 Songs herunterladen", sagt Dean Pesnell vom Goddard Space Flight Center der NASA in Maryland.
'Living With a Star'
Die Mission ist die erste und der NASA zufolge das "Kronjuwel" in einem neuen Programm mit dem Titel "Living With a Star" (Leben mit einem Stern). Mindestens fünf Jahre lang soll das beim Start 3100 Kilogramm schwere Observatorium um die Erde kreisen, auf einer zum Äquator geneigten Bahn, die ihm rund um die Uhr die Beobachtung der Sonne ermöglicht. Die Wissenschaftler erhoffen sich Aufschlüsse über die Entstehung der magnetischen Felder der Sonne und darüber, wie sich gespeicherte magnetische Energie in kinetische verwandelt - in Form von Sonnenstürmen.
| © dpa/bas |
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