NASA entdeckt lebende 'Garnele' unter dem Eis der Antarktis
| Veröffentlicht: | 16 März 2010 12:39 |
| Verändert : | 16 März 2010 14:49 |
WASHINGTON - Wissenschaftler der NASA haben bei Videoaufnahmen in der Antarktis in fast 200 Metern Tiefe unter dem Eis einen lebenden Flohkrebs gefunden.
Der Ampiphod sieht einer Garnele sehr ähnlich, obwohl er zu den Krebstieren gehört. Das NASA-Team wollte im Dezember 2009 die Unterseite einer Eisplatte in der Antarktis aufnehmen und ließ zu diesem Zweck eine Kamera unter das Eis herunter.
Die Forscher waren platt, als auf dem Monitor auf einmal der Flohkrebs auftauchte, und sich neugierig auf dem Kabel der Kamera niederließ. Später holten sie mit der Kamera auch eine Tentakel aus dem Wasser, die ihrer Meinung nach von einer Qualle stammen muss. Der unerwartete Fund soll in dieser Woche auf einer Konferenz der "American Geophysical Union" präsentiert werden.
'Total aus dem Häuschen'
Sie seien bislang davon ausgegangen, dass viel mehr als ein paar Mikroben in dieser Tiefe nicht existieren können, so die Forscher. "Wir sind total aus dem Häuschen über das Tier", sagt Eis-Experte Robert Bindschadler vom NASA-Team.
Der seltsame Fund lässt auch andere Forscher bisherige Erkenntnisse über den Lebensraum unterhalb des antarktischen Eises anzweifeln. Vermutungen, der Krebs und die Qualle stammten eigentlich aus dem offenen Meer und seien nur zufällig den NASA-Forschern unter die Augen gekommen, werden von Bindschadler und seinen Kollegen widersprochen.
Zufälliger Fund oder Sensation?
Die Biologin Stacy Kim gab an, Bindschadler habe ein Loch von nur 20 Zentimeter Durchmesser gebohrt, um 20 Kilometer vom offenen Meer entfernt eine geringe Menge Wasser zu untersuchen. "Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass zwei Tiere unabhängig voneinander so weit geschwommen sind, um dann beide zufällig auf so engem Raum gesichtet werden."
Die Frage sei viel mehr, wie die beiden sich ernährt hätten. Mikroben seien in der Lage, aus den Bestandteilen des Wassers Nahrung zu gewinnen, für komplexe Lebensformen wie den Flohkrebs sei dies jedoch unmöglich, so Kim.
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